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Ein anderes Freiwilligenprogramm der DTP

Während des Aufbaus des DTP-Freiwilligenprogramms für deutsche Jugendliche, die alljährlich für Völkerverständigung und Klimaschutz nach Tansania gehen, wuchs das Bedürfnis, auch tansanische Jugendliche in ein Freiwilligenjahr im eigenen Land einbinden zu können. Auch sie sollten eine Chance erhalten, sich aktiv für die Verbreitung der Erneuerbaren Energien einzubringen. Dabei ging es vorallem um BerufsschülerInnen unterhalb der akademischen Ebene.

Schüler im WorkshopSo lag es nahe, das Mafinga Lutheran Vocational Training Centre (MLVTC) ins Auge zu fassen, denn dort lief der erste Ausbildungsgang für Erneuerbare Energien in Tansania seit Jahren. Die AbsolventInnen fanden jedoch bisher keine Anschlussarbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien. Mit einer einjährigen praktischen Zusatzqualifizierung in einer Solarfima in Dar es Salaam galt es neue Chancen zu eröffnen. Die Solarfirmen in Dar es Salaam waren keineswegs begeistert von dieser Idee und Andrea wendete eine kleine Erpressung an. Umeme Jua Ltd. in Dar es Salaam freute sich alljährlich über die Mitarbeit eines deutschen DTP-Freiwilligen. So stellte sie ihrem Chef Pepijn Steemers in Aussicht, dass ein deutscher Freiwilliger nur dann käme, wenn auch ein tansanischer Mafinga-Absolvent eine Chance erhielte. Pepijn willigte ein.

Unsere beiden deutschen Freiwilligen, die in Mafinga arbeiteten, empfahlen den Absolventen Moses Materu für diesen ersten Schritt. Moses Materu kam im September 2007 nach Dar es Salaam, wohnte zusammen mit unseren Freiwilligen im DTP-Haus und überzeugte trotz einiger Schwierigkeiten bei Umeme Jua Ltd. so sehr, dass er nach dem Freiwilligenjahr unbe-fristet eingestellt wurde. Für 2008 musste ein neuer Platz gefunden werden. Die Firma Ensol Ltd., deren Chef Hamisi Mikate ich schon lange kannte, war bereit. Aus Mafinga kam Godwin Msigwa, ein besonders liebenswürdiger und tüchtiger Mafinga-Absolvent. Gleich nach Ablauf des Freiwilligenjahres wurde Godwin von der Rural Energy Foundation (REF) für das Projekt „Solar Now“ übernommen. Godwin ist nun in ganz Ostafrika für Solartrainings unterwegs. Herry Msemwa bei Ensol Tanzania Ltd. Seit 2008 konnte im Rahmen der „Städtepartnerschaft Hamburg – Dar es Salaam – „Energiepartnerschaft DTP-TASEA“ ein weiterer REN-Platz durch Förderung der Senatskanzlei Hamburg bei TASEA eingerichtet werden.

Dieser Beginn ermutigte zu einer Ausweitung des Versuchs. Noch fehlten die Strukturen für ein eigenes Programm. Unsere Ehemaligen-Unterstützergruppe FUgE kam zu Hilfe. Ihre Erfahrungen und Empfehlungen wurden zur Grundlage des neuen Freiwilligenprogramms „Tanzanian REN-volunteers“. Es wurden Formblätter für Einsatzstellen und BewerberInnen entwickelt, die Kosten festgelegt (2.880 € für Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Fahrtkosten, Kommunikation, Verwaltung und Betreuung).

Olivia Lyimo bei TASEA war bereit, Einsatzstellen und Bewerber zusammen zu bringen. Als Förderer konnte Andrea die URBIS Foundation (2 Plätze), die North South Initiative e.V. (NSI, 2 Plätze) und die Senatskanzlei Hamburg (1 Platz) gewinnen. So starteten wir 2009 mit fünf Einsatzstellen, zwei davon außerhalb Dar es Salaams. Das REN-Volunteer Jahr läuft parallel zum deutschen Freiwilligenjahr von Anfang September bis Ende August des Folgejahres.
Drei der fünf Freiwilligen aus 2009/2010 wurden gleich in Arbeitsstellen übernommen, zwei werden mit Unterstützung durch den von der DTP inzwischen eingestellten Technical Advicer bei TAREA (vorher TASEA) Matthew Matimbwi weiter vermittelt.

Matthew Matimbwi arbeitet als Executive Secretary seit August 2009 bei TAREA und engagiert sich sehr für das REN-Programm. Er schreibt auf Nachfrage von Frederik Bartels (DTP-Ehemaliger), der inzwischen im NSI Vorstand aktiv ist: „TAREA real likes this project not only continued, but expanded from the current 5 young people to 8 to give more opportunities to girls”. Es gibt inzwischen offenbar einige Firmen, die an den BerufsschülerInnen interessiert sind und es gibt in Mwanza eine weitere Berufsschule mit einem Department of Renewable Energies. 20 AbsolventInnen bewarben sich in diesem Jahr um die 5 Plätze.

Eine weiterführende Idee beschäftigt uns zur Zeit. Andrea hatte die RENs in ihrem Abschlussformblatt gefragt, ob sie bereit seien, in ihrer ehemaligen Berufsschule für 3 Monate mit zu unterrichten, um das neu Erlernte weiter zu geben. Der große Lehrermangel in der noch kleinen REN-Branche könnte so durch Vermittlung aktueller Kenntnisse ein wenig gemildert werden. Alle 5 waren bereit. Ob und wie dieser Schritt gelingt, hängt jedoch an den Curricula und der Bereitschaft der Schulen selbst. Der Abschluss in Mafinga wartet z.B. immer noch auf seine offizielle Anerkennung als Berufsschulabschluss.

Der neue REN-volunteer Jahrgang 2010/2011 hat Anfang September begonnen. Bislang sind 4 der 5 Plätze finanziert. Noch fehlen nach einer ersten Spende 2.430 € für den fünften Platz. Deshalb appellieren wir an unsere Mitglieder, mitzuhelfen, diesen 5. Platz finanzieren zu können.
Spenden erbitten wir mit dem Vermerk „REN“ auf unser Spendenkonto.

 

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