Während des Freiwilligendienstes "Freiwilliges Ökologisches Jahr in Tansania" wurde das Projekt "Village Presentations of Solar Home Systems" ins Leben gerufen. Mit der Einführung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts wird es nun weitergeführt.
Nur 2% der Dorfbewohner in Tansania sind an ein Stromnetz angeschlossen. In den vergangenen Jahren wurde die Sonne als Stromquelle jedoch immer bekannter. Nur wissen die Menschen in den Dörfern nicht, wo man Solartechnik kaufen kann, wie man sie einsetzt, was sie kostet und wie man sie handhabt. Geschäfte, die Solartechnik anbieten, gibt es bisher nur in großen Städten. Deshalb haben die Freiwilligen der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft e.V. nun begonnen, Brücken zu bauen, über die know-how von den Städten in die Dörfer kommt, indem sie die neue Technik in den Dörfern vorstellen. Zwölf Jugendliche, die ihr freiwilliges Ökologisches Jahr in Tansania machen, wurden im Oktober 2006 bei der Solarfirma UmemeJua Ltd. in Dar es Salaam eine Woche lang ausgebildet. Sie lernten, wie man kleine SHS installiert und neue Marktwege erschließt. Mit diesem Wissen gingen sie zurück in ihre Einsatzstellen in Arusha, Marangu, Sanja Juu, Kashasha, Mafinga und Sansibar. Und mit schwerem Gepäck:
2 SHS bestehend aus amorphen 14 Watt Modulen, je zwei 10 Watt Lampen, einem Laderegler, einer Batterie und einem Anschluss für ein Mobilphon. Dazu ein mobiles, zusammen steckbares eisernes Gestell in Hausform, auf dem ein SHS für die Präsentation installiert werden kann. Mobiles SolarHomeSystem der DTP Gemeinsam mit ihren Einsatzstellen-Leitungen suchen die Jugendlichen Dörfer aus, um SHS Präsentation durchzuführen. Dann nehmen sie entweder Kontakt zum Bürgermeister und zum Schulleiter auf, um zu verabreden, wann eine SHS Präsentation statt finden soll oder sie stellten das mobile SHS an Markttagen in den Dörfern aus. Sie bereiteten Informationsmaterial vor, das die Preise der jeweils nächst gelegenen Solartechnik-Anbieter enthält und machen sich and dem verabredeten Tag zusammen mit tansanischer Begleitung aus den Einsatzstellen auf den Weg. Gemeinsam informierten sie in der LandesspracheKisuaheli- wie ein Solar Home System funktioniert
- wie sich Preise und Leistung zueinander verhalten und
- wo man die Technik kaufen kann.
Sie beantworten die vielen Fragen und fragen dann selbst, ob es im Dorf Interesse gibt, an einem Solartechnik Training teil zu nehmen. Alle neuen Kontakte werden aufgeschrieben, ebenso die Namen der potentiellen Kunden. In manchen Dörfern zieht sich die Präsentation bis in die Dunkelheit hinein, so dass die Helligkeit der Lampen und die Funktion des Mobilphone direkt ausprobiert werden können. Zwischen 35 und 320 Interessierte kommen zu den Präsentationen.Nach Abschluss von 5 Dorfpräsentationen auf Sansibar z.B. kam es zu einem ersten Trainingskurs, der ebenfalls in der Regie der Freiwilligen in Zusammenarbeit mit SOLA SASA durchgeführt wurde. 40 SHS waren geordert, bezahlt und werden nun installiert. Es sind kleine Systeme, die rund 200 Euro kosten. Sie verändern das Leben der Menschen grundlegend und schaffen eine neue Lebensqualität durch sauberes Licht und neue Mobilität. Das Solartechnik Training als Angebot für diejenigen, die es gern möchten, ist der erste Schritt in die selbständige Stromversorgung. Nur wenn Technik plus Installations kow-how in die Dörfer kommen, wächst das Zutrauen der Dörfler, eine vergleichsweise hohe Investition zu wagen. Ziele dieses Projektes:
- Begegnung und Handreichung für den ersten Schritt in die Selbständigkeit solarer Stromversorgung
- Verbesserung der Lebenssituation in den Dörfern
- Klimaschutz und Unabhängigkeit von Kerosin und steigenden Preisen
Je nach Region gestaltet sich die Nachfrage im Anschluss an die Präsentationen unterschiedlich. Haupthindernis ist das nicht vorhandene Bargeld. Hier strebt die DTP eine Zusammenarbeit mit der Mikrofinanzierungsorganisation PRIDE an. Auf Sansibar soll das erste Modell à la Grameen Shakti entwickelt werden. Möglich ist dies alles nur, weil sich Jugendliche aus Deutschland auf den Weg nach Tansania machen, um sich für eine zukunftsfähige Energieversorgung zu engagieren. Unterstützung:Im ersten Jahr wurde dieses Projekt von der Norddeutschen Stiftung Umwelt und Entwicklung und der URBIS Foundation unterstützt. Ein hoffnungsvoller Anfang! Die DTP möchte ihn sehr gern mit dem kommenden Freiwilligen-Jahrgang 2007/2008 fortführen und sucht dringend Unterstützung für Trainingseinheiten, Fahrtkosten, Infomaterial und die Entwicklung eines angepassten Mikrofinanzierungsmodells. Anhänge: |