weltwärts Mal ein ganz anderes afrikanisches Land... Uganda
Mal ein ganz anderes afrikanisches Land... Uganda Drucken

Im Mai fuhr ich über Kenya nach Uganda um dort Magoti, einen Freund von mir, zu besuchen. Er kommt eigentlich aus Dar es Salaam, arbeitet nun aber für einen Somalier in Uganda und fährt Benzin von Kenya zu einer Tankstelle in Uganda. Es war sehr spannend ein anderes afrikanisches Land zu sehen. Denn Uganda und Tansania sind auf jeden Fall sehr unterschiedlich:

Uganda ist ein sehr grünes und fruchtbares Land, es gibt noch recht viel Regenwald, in vielen anderen Teilen wird Zuckerrohr oder Reis angebaut. Das Essen aber, besonders der Reis, ist nicht ganz so lecker wie in Tansania. Ich fragte mich, warum die Reisbauern in Uganda lieber chinesischen oder indischen Reis anbauen. Der ist, wie der in Deutschland, einfach nicht so lecker wie der tansanische.

Mir fiel gleich auf, dass ugandische Frauen eher kurze Röcke tragen. In Tansania ist es eher nicht üblich. Außer in großen Städten oder Prostituierte, tragen die Frauen Röcke, die mindestens bis über die Knie gehen. Ich bin an kürzere Röcke gar nicht mehr gewöhnt.
So viel mir auch auf, dass in Uganda dünne Leute "in" sind. Auf den Straßen sieht man kaum dicke Leute und auch in der Musikszene und im Fernsehen werden nur Dünne gezeigt. In Tansania fällt vor allem in Musikvideos auf, dass die Tänzerinnen meist etwas korpulenter sind.
Auch darf man, wie wohl auch in Kenya, ganz offen über Beziehungen reden. Ganz anders als in Tansania, wo zwar jeder Bescheid weiß, aber man nicht darüber redet.

In Uganda gibt es keine Kangas (schließlich sind die Sprüche ja auch in Kiswahili). Kitenge und andere Stoffe, vor allem zum Kleider nähen, gibt es zwar. Aber in Tansania kann man Stoffe in jedem zweiten Laden bekommen. Kein Wunder, dass ugandische Frauen viel Gekauftes von der chinesischen Stange tragen...

Die Straßen in Uganda sind besser ausgebaut, es gibt größere Häuser und kaum Müll. Die öffentlichen Busse heißen Taxis und es dürfen nur so viele Leute mitfahren, wie es auch Sitze hat. Ansonsten ist die Verkehrssituation vor allem in Kampala, der Hauptstadt, totales Chaos, da überall Fahrräder und Motorräder herumfahren.

Die Leute dort sprechen kaum Kiswahili, nur Stammessprachen, Luganda oder Englisch. Mir selbst fiel es sehr schwer Englisch zu reden, da ich mich erst einmal wieder daran gewöhnen musste, es nicht mit Kiswahili zu mischen.

Das Geld in Uganda ist zwar noch weniger wert als in Tansania und auch wollten viele Leute mit mir nach Tansania kommen, um dort nach Arbeit zu suchen, da sie dachten das Leben sei dort besser. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass sich das Land viel schneller entwickeln wird. Überall wird gebaut, alles ist im Aufschwung und die Leute baten mich wieder zu kommen und in Uganda zu investieren, ein Geschäft aufzumachen. Es ist aber auch ein viel kleineres Land als Tansania. Die Infrastrucktur ist schneller gut ausgebaut, Erneuerungen können schneller überall durchgeführt werden...

...es gibt so viele Unterschiede... Wenn man sich erst einmal an ein afrikanisches Land, wie Tansania, so gewöhnt hat, dass man sich wie zu Hause fühlt, dann ist man so erstaunt davon, dass es auch Nahe der Grenze schon so anders sein kann. So fand ich dann im Endeffekt Tansanier netter als Ugander. Nicht dass diese besonders unfreundlich waren, es lag nur einfach daran, das es anders war und ich vor allem ihre Sprache nicht spreche...

Auf meinem Weg nach Uganda habe ich im Bus noch zwei Deutsche kennen gelernt, die ich erst für irgendwelche Entwicklungszusammenarbeiter hielt, da wir ja in einem ganz normalen Bus saßen. Später kam aber raus, dass sie zwei Rentner auf Rundreise sind. Sie hatten noch nie eine Pauschalreise gemacht. Das hat mich aber gefreut, da man so die Länder auch noch einmal auf eine ganz andere Weise kennen lernt.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. März 2008 um 17:18 Uhr
 

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