Im Oktober trafen wir Volontäre uns in Dar es Salaam, um auf einem Seminar zu lernen, wie man Präsentationen in Dörfern vorbereitet und durchführt. Dazu bekam jede Einsatzstelle einen Präsentations-Stand, Panels, Batterien und alles, was für ein kleines Solar-Home-System nötig ist. Im März fingen wir dann an mit unserer Schule in Mafinga Präsentationen durchzuführen. Insgesamt hielten wir acht Stück. Dazu besprachen wir im Februar in welche Dörfer wir gehen werden. Es war wichtig erst in die einzelnen Orte zu fahren, mit den Vorsitzenden zu reden und nach einem Termin zu fragen. Drei Mal fuhr ich auch zusammen mit einem Schüler. Es war erstaunlich, aber auch sehr schön zu erfahren, wie begeistert Leute schon nach ein paar Sätzen von neuen Produkten, von neuem Wissen und der Aussicht auf Unterricht sein können. Wir Volontäre präsentierten so im März zusammen mit Handwerkern und Schülern auf monatlichen Dorfmärkten die Produkte der Schule (verschiedene holzsparende Öfen, solarthermische Wassererhitzer, Solarpanels, ...) Im Juni dann präsentierten wir noch zwei Mal auf so genannten Villagemeetings, Versammlungen der Dorfvorsitzenden und anderer Interessierter. Einmal präsentierten wir auch in einer Kirche. Wir merkten, dass es viel einfacher und informativer ist vor einer Versammlung von vielen Leuten einmal eine gute Zusammenfassung zu geben und gezielt Fragen zu beantworten. Obwohl man auf einem Markt natürlich viel mehr und auch andere Leute von weit her erreichen kann. Insgesamt liefen unsere Präsentationen super. Bald merkte man in der Schule auch, dass mehr interessierte Leute zu unserer Schule kamen und nach mehr Informationen fragten. Auch bekamen wir ein paar mehr Schüler, die von unserem Ausbildungsgang auf einer Präsentation erfahren hatten. Auch unsere Schüler machten viele Erfahrungen: Sie lernten noch einmal mehr ihre Produkte und deren Vor- und Nachteile kennen. Sie sahen selbst wie begeistert Leute in Dörfern, aber auch in der Stadt von neuem Wissen und tollen günstigen Produkten sein können und bekamen dadurch neue Motivation. Sie lernten wie man selbst Village Presentations vorbereitet und auf was man achten sollte. Einige Schüler kamen sogar richtig aus sich heraus. Einer unserer Schüler, im Unterricht normalerweise ein eher stillerer Typ, wurde so richtig zum "Marktschreier". Außerdem merkte man stark wie sich die Klassengemeinschaft nach einem solchen Projekt verbesserte. Ende letzten Jahres kannten sich die Schüler zwar, hatten aber außerhalb des Unterrichts nicht viel miteinander zu tun. Ab Januar waren sie dann zusammen auf mehreren Solarinstallationen und dann auch auf Village Presentations. So sah man sie nun auch nach der Schule beisammen. Es war das erste Mal, dass ich so deutlich sah, wie eine Gruppe sich durch gemeinsame Aufgaben und Erlebnisse positiv entwickelt. Der Schulleiter selbst hat nun beschlossen öfter mal Präsentationen durchzuführen. |