Im Kashasha Vocational Technology Training Center werden junge TansanierInnen im Alter von 15 bis 22 Jahren ausgebildet. Als Ausbildungsgänge gibt es Metal work, Brick laying und Carpentry. Seit letztem Jahr gibt es hier auch zwei FÖJler der DTP. Mit ihnen zusammen wurde die Solarlampe aus dem Solarprojekt Freilassing in den Unterricht mit eingegliedert. Ziel ist es ein Renewable Energy Department aufzubauen, das genau wie die anderen Departments Produkte für den Verkauf der Schule herstellt. So wurden im letzten Jahr 50 Freilassing-Solarlampen gebaut und verkauft. Außerdem findet noch Unterricht statt, der sich mit Sinn und Möglichkeiten des Umweltschutzes, mit Stromkreisen und natürlich mit den Erneuerbaren Energien befasst. Als Thomas und ich als zweite FÖJ-Generation nach Kashasha bei Bukoba kamen, hatten wir eigentlich vor einen Nachkauf der Freilassing-Lampensets zu organisieren um sie weiterhin zu bauen. Doch wurden uns über die Zeit so viele defekte Lampen abgegeben, dass wir bald Zweifel bekamen. Also beschlossen wir nach einer Alternative zu suchen, die sowohl für den deutschen Campinggebrauch als auch für die ländlichen Regionen Afrikas zu gebrauchen ist. Die ursprüngliche Idee der Powerbox bekamen wir von dem Gambia-Projekt des Harburger Alexander-von-Humbold-Gymnasiums von unserem Mit-FÖJler Sören Odau. Eine Munitionskiste mit einem Akku und einem Laderegler auf einer Platine im Inneren wird geladen von einem Solarpanel , ist tragbar und liefert Licht in Gegenden ohne Stromnetz. Unser Ziel war es nun mit den SchülerInnen eine Lampe herzustellen und zu verkaufen, die günstiger ist als ein kleines Solar-Home-System, unabhängig von teuren Ersatzteilen mit langer Wartezeit aus Deutschland, d.h. jedes Einzelteil ist erhältlich in Tansania. Und schließlich sollte sie auch noch mobil sein, um öffentliche solare Ladestationen nutzbar zu machen, so dass für die Kunden in der Nähe solcher Stationen der größte Teil der Kosten – das Panel – entfällt. Mit den Plänen unterm Arm machten wir uns auf die Suche nach alternativen Komponeten und zuverlässigen Händlern in Tansania. So mussten wir einige Änderung an der Powerbox vornehmen. Natürlich fanden wir keine (legalen) Munitionskisten oder kostenlose Marmeladenglaeser in tansanischen Haushalten. Also ließen wir die Metallbox in der Schule herstellen aus dem Material der Regenrinnen, die dort produziert und verkauft werden. Auch vereinfachten wir die Anordnung innerhalb der Powerbox, sodass wir die Platine einsparen konnten. Außerdem fügten wir noch eine Autosteckerbuchse ein, die das häufig gefragte Handyladen und Radiohören ermöglicht. Wollen die Kunden also ihr Radio mit der Powerbox benutzen, so müssen sie einen Aufschlag bezahlen, für einen kleinen Car-Converter und einem Gleichstromanschluss, den wir auf die Platine des Radios löten. Das komplette Set der Kashsha-Solar-Powerbox beinhaltet demnach zwei Lampen (davon eine hölzerne Tischlampe made in Kashasha), Anschluss zum Handyladen, einen Konverter sowie eine individuelle Radiomodifikation. Der Preis liegt derzeit bei umgerechnet 95 Euro. Wenn der Kunde nicht in der Gegend einer Kashsha-Solar-Charging-Station lebt, muss er zusätzlich für zwei amorphe Panel je 14 Watt (günstiger als ein kristallines 28 Watt Panel) aufkommen. Dies entspricht einer Summe von ca. 160 Euro. Dieser unerwartet hohe Kostenaufschlag veranlasste uns dazu die solare Ladestationen zu planen. Die Schule bekam vor einigen Jahren mehr als 12 Solarpanel je 53 Watt gespendet, die auf verschiedenen Dächern installiert wurden und von denen heute 12 nicht mehr benutzt werden. Diese ungenutzten 636 Watt deinstallierten wir und planen nun sie als Ladestationen in den umliegenden Dörfern mit hoher Nachfrage aufzustellen. Dort können die Kunden gegen eine Gebühr von umgerechnet 12 Euro Cent ihre Powerbox laden. Der Prototyp ist mittlerweile fertig gebaut und getestet, die meisten Komponenten der ersten 5 Powerboxen und die Metallboxen stehen bereit und warten auf die letzten Einzelteile, bevor wir unsere grosse Promotiontour durch Dörfer und das einflussreiche Netz der evangelischen Kirche in Tansania starten können. Was wir uns ausgedacht haben, damit die Schule auch ohne uns die Powerbox produzieren und vermarkten kann, warum die die langsamere Finanzierung ohne zusätzliche Hilfe von außen zwar mehr Geduld braucht, dafür aber eine weitere Methode ist das Projekt nachhaltiger zu gestalten, und warum man auf dem Viktoriasee nicht surfen kann, DAS ERFAHRT IHR BEIM NÄCHSTEN MAL! Thomas und Samuel aus Kashasha bei Bukoba in Tansania. |