In den letzten Tagen haben wir mit den Mamas auf den Dörfern Energiesparöfen getestet, um eine Empfehlung für den besten Bautypen abzugeben – und nebenbei als kochende Männer zur Völkerverständigung beigetragen. Zusammen mit Tobias, der ebenfalls ein freiwilliges ökologisches Jahr leistet, fuhr ich zu einem der Projektpartner, einer von Brot für die Welt finanzierten und in mehreren kleinen Dörfern aktiven Organisation, die ihren eigenen Holzsparofen entwickelt und verbreitet. Uns beiden fiel die Aufgabe zu, diesen Ofen auf Effizienz zu messen und mit dem traditionellen Dreisteinfeuer zu vergleichen, wozu wir mit mehreren Frauen (Mamas) den typischen Maisbrei ugali mit einer Tomatensauce kochten (sehr zur Freude der Mamas, die es nicht gewohnt sind, dass ein Mann, und noch dazu ein Weißer, ihnen beim Kochen hilft).
Die Mamas auf den Dörfern gehören zu den am härtesten arbeitenden Menschen, die mir bisher begegnet sind – jeden Tag wird morgens bei Sonnenaufgang über dem Feuer Wasch- und Teewasser erhitzt, es folgt Handwäsche, Hausputz, Zerstampfen von trockenem Mais für den ugali, Feuerholzsammeln, Einkaufen auf dem Markt, Kochen (was Stunden dauern kann), evtl. Arbeit auf dem Feld und bei Sonnenuntergang ein letztes Mal Kochen. Insgesamt verbringen diese Frauen täglich um die vier Stunden am Dreisteinfeuer hockend, welches so stark raucht, dass mir nach wenigen Minuten Tränen in den Augen standen. Rauchabzug gibt es keinen, und vielerorts ist es üblich, nur zwei Räume pro Familie zu haben, und die verrauchte Küche wird nachts zur Schlafstätte der Kinder. Auch geht durch das Feuerholzsammeln viel Zeit verloren und oft kommt es zu Nachbarschaftskonflikten, wenn eine Frau beim Nachbar sammelt, weil das eigene Grundstück komplett entwaldet ist. In kargen semi-urbanen Zentren verlieren die Familien durch den Einkauf von Feuerholz einen beträchtlichen Teil des geringen Einkommens. Bei den Energiesparöfen bot sich ein anderes Bild: Dank (sehr einfachem) Schornstein war die Küche rauchfrei, das Kochen dauerte jeweils keine ganze Stunde und wir verbrauchten nur ungefähr die Hälfte des Feuerholzes. Trotzdem sind dort noch starke Verbesserungen möglich. Deswegen werden Tobias und ich auch noch einen anderen Energiesparofen testen (es geht dabei nicht nur um technische Daten, sondern auch um Erfahrungen der Benutzer), und daraufhin unserem Projektpartner eine Empfehlung abgeben, worauf er in Zukunft setzen kann. Während dieser Arbeit können Tobias und ich also nicht nur ein klein wenig zur Verbesserung der Situation der tansanischen Mamas beitragen, sondern gleichzeitig auch noch Afrika und seine Menschen aus einem sehr interessanten, Europäern normalerweise nicht offenen Blickwinkel kennen lernen und Verständnis für ihre Lebensweise und Probleme entwickeln.
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