"Ihr könnt den Weg über den Strand nehmen. Dann kommt ihr direkt zum botanischen Garten.", rät uns der Kellner des Hotels nahe Kampala. Im botanischen Garten angekommen werden Jonas und ich von Affen überrascht, denen wir vor Schreck alle unsere Bananen überlassen. Sie stellen sich als harmlos heraus, doch wir haben keine Zeit unsere Großzügigkeit zu bereuen. "Wie seid ihr hereingekommen?", spricht uns der Wachmann des Parks an. Wir hätten den Haupteingang nehmen müssen und Eintritt bezahlen. Bereitwillig wollen wir mit ihm mitgehen und das nachholen.
Der Wachmann bevorzugt eine andere Vorgehensweise: Wir sollen 3.000 Shilingi Eintritt plus 5.000 Shilingi Strafe bezahlen und nach unserem Besuch wieder über den Strand verschwinden. Diesen Vorschlag bringt er uns plausibel näher, sei er doch der Verantwortliche hier und wir die Gesetzesbrecher. Das Gewehr über seiner Schulter schwingt im Takt seiner Worte.
Seine Stimme wird lauter und zusammenhangslos im Inhalt, als wir uns dem Eingang nähern und darauf bestehen dort zu zahlen. 2.000 Shilingi Eintritt und ein äußerst freundlicher Kassierer empfangen uns. Der Wachmann ist stumm und spricht mich erst später an, um mir zu verstehen zu geben, ich solle ihm ein Mittagessen ausgeben.
Wir fühlen uns nicht zum ersten Mal ausgenutzt und für dumm verkauft. Unsere Wut über den Wachmann hält sich in Grenzen. Wir ahnen, dass er mit dem bescheidenen Gehalt kaum seine Familie über die Runden bringt. Wütend macht uns, dass Korruption und Falschinformation allgemein so weit verbreitet sind. Die mangelnden Möglichkeiten sich Wohlstand zu erarbeiten führt zur Angewohnheit besonders Reiche, erkennbar an der hellen Hautfarbe, um einige Scheine erleichtern zu wollen.
Wir sind Anhänger der Umverteilung von Reich nach Arm. Doch Korruption schafft keine Gerechtigkeit. Sie verteilt Reichtümer neu, aber chaotisch, nicht nachhaltig, wird oft begleitet von Lügen auf der einen, Wut auf der anderen Seite und schafft noch mehr Abhängigkeit.
Deshalb kaufen wir uns nicht frei, wenn es sich vermeiden lässt. Heute ließ es sich vermeiden und bald genießen wir Grün, Blumenbunt und Vogelgezwitscher des tropischen Waldes. Ein seltsames Gefühl bleibt zurück. |