Lächelnd sehe ich aus dem Fenster. Wir sind auf dem Weg nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Ich denke an die Zeit vor einigen Jahren zurück, als ich Afrika in meinem Kopf in ein einziges unbekanntes Land verwandelte und nicht begriff, dass der Kontinent aus sehr verschiedenen Ländern besteht. Gleich am ersten Tag verschlägt es uns durch Zufall nach "Garden City". Von einem ugandischen Freund als "Möchtegern-Europa"-Einkaufszentrum angekündigt, erleben wir es als einen eher nach New York passenden Vergnügungspalast. Kino, Eisdiele, Bowlingbahn, Fast-Food-Restaurants und Geschäfte befinden sich in einem einzigen riesigen Gebäude. Wir sind hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Entsetzen über den plötzlichen Luxus.
Doch natürlich ist Uganda als Nachbarland Tansania in vielem ähnlich: Das traditionelle Essen; hier besonders Kochbananen. Freundliche Menschen; vielleicht ein wenig zurückhaltender als in Tansania. Das Stadtbild. Immer verstopfte Straßen.
Es gibt unzählige Motorrad-Taxen, Bodabodas genannt, mit denen man dem Stau davonfahren kann. Wir wagen eine Fahrt, lassen uns den Wind ins Gesicht blasen, fahren zum Königspalast, besichtigen die Gräber der letzten Könige Bugandas, die katholische Kathedrale und den botanischen Garten und informieren uns außerdem über den Solarenergie-Markt Ugandas.
Am Wochenende machen wir Kampalas Nachtleben unsicher, das verglichen mit Dar es Salaam sehr lebendig ist. Es gibt Gegenden, in denen sich Bar an Disko reiht und die Straßen voller junger Leute sind. Nach einer Woche zieht es uns heim nach Dar. Froh sind wir vor allem über eines: In Tansania können wir Kiswahili sprechen und müssen nicht auf Englisch ausweichen. Die Sprache ist der Schlüssel und ohne die Landessprache Luganda zu verstehen bleibt der Kontakt oberflächlich.
Kiswahili in Tansania, Luganda in Uganda - das sind nur 2 von über 1.000 Sprachen, die in Afrika gesprochen werden. Afrika ist eben nicht gleich Afrika. |