Nachdem ich von Lesern meiner Rundmail gefragt wurde, was denn "PV" bedeute, bin ich endlich darauf aufmerksam geworden, dass das für uns mittlerweile Vertraute und Alltägliche allzu leicht als bekannt vorausgesetzt wird. Daher folgt nun die Beschreibung einiger Produkte des Departments für erneuerbare Energien am Mafinga Lutheran Vocational Training Centre (MLVTC), an deren Herstellung und Vermarktung wir mitwirken. Am meisten produziert und verkauft werden verschiedene energiesparende Öfen in allen Größen und Preisklassen. Sie sind sehr beliebt, nicht aus umweltbewussten Überzeugungen, sondern weil es in vielen Gegenden gar kein Brennholz mehr gibt, dieses sehr teuer oder schwer zu beschaffen ist und auch der Preis der Holzkohle weiter steigt.
Die Öfen reichen von einfachen und preisgünstigen Vorrichtungen, die lediglich Hitzeverlust entgegenwirken und so weniger Holz verbrauchen über etwas größere Exemplare, die den gleichen Effekt erzielen. Jedoch kann man zwei Töpfe gleichzeitig auf einem Feuer kochen und dazu einen 20-Liter-Wassertank erhitzen. Es gibt auch Öfen, die Sägespänne anstatt Brennholz verbrauchen, außerdem den sogenannten Solar Box Kocher, dessen Energiequelle ausschließlich Sonnenstrahlen ist. Spitzenkandidat ist der sogenannte Top Loader Stove. Mit diesem kann mit einem kleinen Feuer gleichzeitig gebacken, Wasser in einem angeschlossenen Tank erhitzt und auf mehreren Platten gekocht werden. Er wird mit Ziegelsteinen komplett in die Küche eingebaut und ein Kamin dazu, so dass eine rauchfreie Küche garantiert ist. Die Sonne scheint in Tansania scheinbar unaufhörlich. Selbst kleine Solarpanels (14 W und weniger) reichen aus um den Lebensstandard ein großes Stück anzuheben. Wer eine 12V-Batterie damit laden kann, um Licht für die Abendstunden zu bekommen und sein Mobiltelefon aufzuladen, hat sich außerdem eine weitere Einkommensquelle geschaffen, da die Nachbarn ebenfalls für ein kleines Entgeld bei ihm ihr Handy aufladen werden. Das RE-Department in Mafinga verkauft neben den großen importierten Panels, die bei einer Solarfirma aus Dar es Salaam (Umeme Jua Ltd) eingekauft werden auch eigene Panels.
Aus zerbrochenen Solarzellen lötet ein Handwerker neue Panels. Dieser sogenannte Solarbruch, eine Spende einer deutschen Solarfirma (Vielen Dank an Solarnova!), wird mit einem Glasschneider auf die richtige Größe zurechtgeschnitten und dann mit einem herkömmlichen Lötkolben zusammengelötet. Auf Glasscheiben geklebt, Holzrahmen drum, fertig! Für Hotelbetreiber sind die solaren Wassererhitzer eine optimale Anschaffung um die Gäste günstig und umweltschonend mit warmen Wasser zum Duschen zu versorgen. Auch Krankenhäuser und Schulen sind begeisterte Käufer dieser Instrumente.
Der sogenannte Low Cost Heater zum Beispiel besteht aus einem gewundenen schwarz angestrichenen Stahlrohr in einem schwarzen Holzkasten, durch welches das Wasser aus einem angeschlossenen isolierten Tank solange zirkuliert bis es heiß ist. Die schwarze Farbe zieht Sonnenstrahlen an und da von diesen in Tansania reichlich vorhanden sind, ist keine hohe Technologie erforderlich. Außerdem werden auch Biogasanlagen gebaut. In die runden, aus selbstgebrannten Ziegeln gemauerten Anlagen wird Kuhmist und andere organische Masse zusammen mit Wasser eingefüllt, gut durchgerührt und abgewartet. Unzählige Bakterien und kleine Insekten machen sich ans Werk und es enstehen verschiedene Gase, vorallem Methan. Je nach Außentemperatur nach einer Dauer von etwa 3 Monaten kann durch das angeschlossene Rohr Gas zum Kochen entnommen werden. Jeden Tag wird ein Eimer Mist und ein Eimer Wasser nachgefüllt und die "entgaste" Biomasse kann als hochqualitativer Dünger auf dem Feld verteilt werden. Alle Produkte würden den Rahmen eines bescheidenen Newsletterartikels leider sprengen. Bei Interesse bin ich aber auch gerne zu einer Fortsetzung bereit!   
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