Außer der Ausbildung von Schülern und der Produktion von RE-Produkten bietet das MLVTC verschiedene Dienstleistungen an. Eine davon ist die Installation von Solarsystemen in Häusern und Einrichtungen. Diesen Monat hatte ich das Glück an einer dieser Installationen teilnehmen zu können. Am 8.6.06 verließ ich die Schule zusammen mit dem Leiter des RE-departments, Mr. Maseleka, einem Handwerker namens Nyambolapi und den Schülern Boniface Kyando und Herry Msemwa. Wir fuhren nach Makambako und von dort nach Mbeya im Süden des Landes. Dort kamen wir nachmittags an und wurden von einem Arzt des Isoko Krankenhauses abgeholt. Von Mbeya bis zu dem Krankenhaus braucht man mit dem Auto vier Stunden, die Busverbindung ist sehr dürftig. Das Dorf Isoko ist nicht an das nationale Stromnetz angebunden, das Krankenhaus versorgt sich selbst allerdings mit Strom aus einer eigenen Wasserkraftanlage.
Unter der Verwaltung des Krankenhauses in Isoko stehen mehrere sogenannte Dispensaries in der Umgebung. Dispensaries sind kleine Krankenhäuser mit geringer ausgebildeten Ärzten und weniger Dienstleistungen. Schwerkranke werden von den Dispensaries zum Krankenhaus in Isoko gebracht. Im Dezember hatte schon ein Arbeitsteam des MLVTC bei drei dieser Dispensaries Solarsysteme installiert. Nun wollten wir eine weitere Dispensary mit Strom versorgen. Am Tag nach unserer Ankunft bauten wir morgens einen Rahmen für das Solarpanel und machten uns anschließend auf den Weg zur Chikumbulu Dispensary. Die Einrichtung ist mit dem Auto nicht erreichbar, daher hatten wir einen zweistündigen Fußmarsch vor uns. Eine Kiste mit Material und Werkzeugen wurde schon vorgeschickt, wir trugen noch das Panel, den Rahmen und einen weiteren Rucksack mit Werkzeug. Den Weg durch die eindrucksvolle Landschaft über die Berge zeigte uns Francis Mdali, ein Arbeiter des Isoko Krankenhauses und früherer Schüler am MLVTC.
Gegen zwei Uhr mittags erreichten wir die Dispensary und machten uns sofort an die Arbeit. Wir planten die Wege der Kabel, durchbohrten Wände, brachten Schalter und Lampen an und setzten Batterie, Inverter und Charge Controller an ihre Plätze. Leider gab es ein Materialproblem: Im Dezember hatte das Team des MLVTC Material im Isoko Krankenhaus zurück gelassen, das nun von den Arbeitern verpackt und zur Dispensary transportiert wurde. Dabei wurden eine Rolle Kabel und die Erdungselektrode vergessen. Kurz nach unserer Ankunft bemerkten wir dies und ein Einheimischer wurde losgeschickt, um das fehlende Material zu holen. Doch er verspätete sich und brach erst am nächsten Morgen auf. Gegen Mittag kehrte er zurück. In der Zeit hatten wir das Panel auf dem Dach installiert und alles übrige erledigt. Schließlich konnten wir auch die restlichen Kabel verlegen und das Erdungssystem fertigstellen. Wir verließen die Dispensary gegen sechs Uhr abends und kamen im Dunkeln in Isoko an.
Sonntags warteten wir auf die Materialkiste, die von Arbeitern von Chikumbulu zurück transportiert wurde. Mr. Mdali führte mich im Isoko Krankenhaus herum. Leider konnte ich die Wasserkraftanlage nicht sehen, da sie etwas weiter entfernt lag. Um zwei Uhr nachmittags verließen wir das Krankenhaus, diesmal mit dem Auto, um die drei Dispensaries zu besuchen, in denen im Dezember das Solarsystem installiert wurde. Zuerst erreichten wir die Kalembo Dispensary, wo wir eine Inspektion durchführten und das Erdunssystem installierten, das im Dezember nicht eingerichtet wurde. Nach etwa einer Viertelstunde fuhren wir weiter durch die Berge zur Bulanga Dispensary, wo wir nach der Inspektion eine zerbrochene Fluorescent Tube und einen Schalter ersetzten. Auch dort stellten wir das Erdungssystem fertig. Die Bwipa Dispensary erreichten wir in der Dunkelheit. Wir installierten einen Inverter, das AC-System und das Erdungssystem. Alle Dispensaries waren sehr zufrieden mit ihrem Solarstrom. Ich genoss diesen Tag besonders; die Landschaft war sehr eindrucksvoll und wir erreichten sogar die Grenze zu Malawi.
Montags warteten wir lange auf das Auto, das uns zur Sifika Dispensary in Vwawa bringen sollte. Diese Dispensary steht nicht unter der Verwaltung des Isoko Krankenhauses und liegt in der Nähe von Tukuyu. Dort hatten wir, wie schon in Chikumbulu, eine vollständige Installation des Solarsystems geplant. Der zuständige Arzt holte uns um zwei Uhr nachmittags ab und brachte uns nach Mbeya. Die Installation konnten wir nicht durchführen, da er noch kein Solarpanel gekauft hatte. Er plante, in der nächsten Woche nach Dar es Salaam zu fahren und eines zu besorgen und wollte sich dann wieder bei der Schule melden. Wir übernachteten in Mbeya und reisten am 13.6.06 zurück nach Mafinga.
Trotz des überraschenden Endes habe ich den Ausflug sehr genossen. Ich habe sehr viel über Elektrizität und Solar gelernt und den Süden Tansanias besser kennen gelernt. Ich habe gelernt, in Kindali, der Stammessprache der Region, zu grüßen, habe lokale Süßigkeiten gekostet und war begeistert von dem Reichtum an Wasser und Nahrung in der Region. Ich hatte viele interessante Gespräche mit den Schülern und dem Handwerker. Alles in allem bin ich sehr froh, eine Installation erfahren zu können. |