weltwärts Regenzeit
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Ich habe unser Haus in Kizimkazi auf der Insel Sansibar am 6. Februar 2006 verlassen. Am 13. Mai 2006 bin ich zurückgekehrt und habe das Haus völlig verändert vorgefunden. Die Erklärung: In der Zwischenzeit hatte die Regenzeit vieles zerstört.

Ich dachte, dass Afrika einen entschiedenen Vorteil gegenüber Europa hat, weil es keinen Winter gibt. Der Winter in Europa ist die schlimmste Zeit für arme Menschen.

Nun habe ich gemerkt, dass die Auswirkungen der Regenzeit vergleichbar sind mit den Auswirkungen des Winters.

Die Hauswände werden grün und schimmlig, die Beton-Bänke fallen auseinander. Alles muss repariert werden. Dazu braucht man Geld.

Hier im Dorf treffen die Menschen aber auf ein größeres Problem als den Zerfall der Häuser: Die meisten Menschen leben vom Fischen. Das Meer ist während der Regenzeit allerdings so stürmisch, dass kein Fischer sich mehr aufs Meer traut. Wenn kein Fisch gefangen wird, wird kein Fisch verkauft. Und wenn kein Fisch verkauft wird, dann gibt es kein Geld. Was passiert, wenn es kein Geld gibt, ist, glaube ich, allen klar.

Das Absurde an dieser Zeit ist: So zerstörerisch die Regenzeit ist, so viel bringt sie Gutes. In der Regenzeit fangen alle Pflanzen an zu wuchern und zu sprießen. Es ist die ideale Zeit für Menschen, die ein Feld besitzen. Es reifen so viele Früchte und so viel Gemüse heran wie in keiner anderen Jahreszeit.

Soll man die Regenzeit also mögen oder hassen? Für die einen ist sie die Erlösung, für die anderen kann sie der Untergang sein.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. März 2008 um 16:52 Uhr
 

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