"Wie in den Alpen hier.", sagt Maria am Morgen und tritt auf die Veranda. Wirklich: Klare, kalte Luft strömt uns entgegen; Kühe muhen auf der Wiese; in der Ferne sehen wir grüne Berge. Nur der frische Eukalyptus-Geruch passt nicht zu Süddeutschland. Mafinga zeigt nicht das gängige Bild von Afrika - und ist doch Tansania und das Zuhause von Verena und Frieda, die wir nach unserem Seminar besuchen.
Was hier so grünt, ist meist Eukalyptus. Über den herrschen geteilte Ansichten. Eigentlich heimisch in Australien wird er hier im Südwesten Tansanias in Massen angepflanzt. Da der ursprüngliche Wald weitgehend abgeholzt wurde, weicht man auf Eukalyptus als Brennholz zum Kochen aus. Elektroherde sind für die meisten Tansanier aus Kostengründen noch in weiter Ferne. Der durstige Baum - in Italien zur Trockenlegung von Sümpfen verwendet - verbraucht aber eine Menge Wasser. Zwar hat in Mafinga nun endlich die Regenzeit begonnen. Wasser ist trotzdem wertvoll. Das wird uns klar, als wir Wasser zum Duschen vom Bach zum Haus schleppen.
Eine gute Idee ist deshalb: Brennholz sparen. Zum Beispiel mit den Öfen aus dem Renewable Energy Department der Berufsschule Mafinga. Hier lernen 30 Schülerinnen und Schüler in einer 3-jährigen Ausbildung Schweißen und andere handwerkliche Fähigkeiten sowie theoretische Grundlagen um energiesparende Öfen, Biogas-Anlagen, einfache Sonnenkollektoren oder Solar-Box-Kocher herzustellen. Frieda und Verena lernen und helfen mit, wo sie können. In einigen Tagen soll der Bau eines "Showrooms" beginnen, in dem die Produkte der Schule zum Verkauf angeboten werden.
"Wirklich gebraucht werden wir nicht.", meint Frieda. "Das ist aber auch gut so. Auf diese Weise entsteht kein Entwicklungshilfe-Projekt, das auf ausländische Unterstützung angewiesen ist. Wir sehen, dass es ohne uns läuft." Und können sich ganz aufs Lernen konzentrieren - zum Beispiel im interkulturellen Austausch mit den Schülern, von denen einige schon Freunde geworden sind.  
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