Es gibt verschiedene Arten von Touristen: Solche, die, sobald sie die Victoriafälle erreichen, ihre Kamera zücken. Sie werfen keinen Blick auf die Wassermassen, die die Klippen herunterrauschen. Hauptsache, alles wird festgehalten. Sie sind zu bemitleiden: Sehen sie die Wasserfälle doch nur durch den Kamera-Display. Eine andere Art von Touristen kauft sich am Eingang erst einmal Regenschirm und gelbes Regencape. Dann stöckeln - die Frauen - oder stampfen - die Männer - über die schmalen Wege von einer Aussichtsplattform zur nächsten. Dort verweilen sie, die Regenmäntel tief ins Gesicht gezogen, nur kurz. Viel zu nass ist das viele Wasser von oben, unten, überall. Die Frisur könnte kaputtgehen. Oder Kleider nass werden.
Die dritte Art von Touristen sind wir. Nach unserem Seminar fahren wir eine Nacht mit dem Bus in den Süden Sambias, den Ort Livingstone an der Grenze zu Simbabwe. Bei den Wasserfällen angekommen fühlen wir uns ungefähr genauso erschöpft, wie David Livingstone sich gefühlt haben muss, als er 1855 die Fälle als erster Europäer sah. Er benannte sie nach der englischen Königin. "Rauch mit Donner" - "Mosi oa Tunya" war die ursprüngliche Bezeichnung der einheimischen Makololo für die Victoriafälle. Der 1700 Meter breite Fluss Sambesi stürzt hier von einer flachen Ebene in eine 110 Meter tiefe Schlucht. Wir staunen, werden nass, laufen über die Wege durch den grünen Wald, rennen zur äußersten Aussichtsplattform und später zur Brücke, die über die Schlucht führt. Dort betrachten wir minutenlang den Regenbogen, der sich vollkommen rund über den Himmel spannt und auch im Dschungel-Dickicht unter uns zu sehen ist. Aber dann regt sich auch etwas Touristisches in uns: Wir machen Fotos. Und die seht ihr hier.   
 
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