25 Deutsche treffen sich in Sambias Hauptstadt Lusaka um sich auszutauschen. Alle sind um die 20. Fast alle haben letztes Jahr Abitur gemacht. Alle arbeiten als Freiwillige in Süd- oder Ostafrika - in Waisenhäusern, Schulen, NGOs oder Unis. 2 in Sambia, 3 in Malawi, 3 in Ruanda und 17 in Tansania. Eine unter ihnen bin ich und stelle mir wie alle die Frage: Was erwartet mich beim so genannten "Zwischenseminar?" Es wird tiefgründiger, als wir anfangs dachten. Nachdem wir einen Wochenplan erstellt haben, legen wir los. Doch statt nach geplanten 2 Stunden Workshop auseinander zu gehen, sitzen wir bis in die Nacht zusammen und reden. Wir stellen fest, dass es zwischen unseren Erfahrungen riesige Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt. Hannah aus Sambia hat seit Monaten kaum Weiße gesehen, geschweige denn Deutsch geredet - und baut immer wieder englische Wörter in ihre Sätze ein. Ein paar andere Freiwillige, die in Tansania in der gleichen Stadt als Lehrer arbeiten, verbrachten viel Zeit miteinander. Manche bedauern zwar, dass sie dadurch kaum Kiswahili gelernt haben. In eine deutsche Gruppe eingebunden zu sein bedeutet aber auch "sich zu Hause fühlen". Es hilft gegen das Gefühl des Überfordert-Seins in der fremden Kultur - das auch ich schon erlebt habe.
Probleme bei der Arbeit haben viele: Anika erzählt, dass sie als Hilfslehrer eingestellt wurde - aber für den Unterricht oft allein verantwortlich ist. Bei anderen mangelt es an Wissen oder Sprachkenntnissen. Zum Beispiel, um an einer Berufsschule auf Kiswahili zu unterrichten. "Der Freiwilligendienst ist eine der schwierigsten und anspruchsvollsten Arbeiten überhaupt.", meint Rachel, die das Seminar zusammen mit Max leitet. "Junge Leute, die gerade mit der Schule fertig sind, müssen plötzlich mit ihrem ersten festen Job, einer fremden Kultur, einer anderen Sprache und mit neuen Leuten in ihrem Umfeld klarkommen. Oft werden ihnen Aufgaben übertragen, die sie einfach überfordern."
Trotz der Probleme, die wir während der Woche besprechen, gibt es viel zu lachen: Zum Beispiel, als Tobi einen Workshop mit dem Titel ankündigt: "Ich, der Geldsack". Hinter dem lustigen Titel steckt ein ernstes Thema - der Umgang mit Armut. Aber wir sind froh, Menschen um uns zu haben, die genau wissen, was mit der Anspielung gemeint ist. |