Spät nachts von einer Graduation-Party heimgekommen - am nächsten Morgen nimmt mich unser Mitbewohner Muhsin zu einer muslimischen Hochzeit mit. Ich blinzle, als wir aus dem Dala steigen. Ein kleines Dorf, Gestrüpp, Lehmhütten. Ein Sandweg führt uns zum Ort der Feier: Eine Menschentraube, eine Musikanlage, sonst nicht viel. Muhsins Tante überredet mich zum Tarab-Tanzen - arabische Musik mit Kiswahili-Texten. Von außen sieht es nach albernem Ringel-Reigen-Tanz aus. Wenn man aber Teil des Kreises wird und wie alle die Hüften wiegt, vergisst man alles um sich herum. Unterbrochen wird der Spaß vom Bräutigam und der Familie der Braut. Von der Tanzfläche strömen die Feiernden um eine Decke, auf der der Bräutigam sitzt und der Familie das Brautgeld übergibt.
Dreimal wird er gefragt: "Bist du bereit, jetzt zu heiraten?" Diese Frage bejaht er. Die eigentliche Hochzeit findet dann in der Moschee statt, in die ich als Nicht-Muslimin nicht mitkomme. Noch die Eindrücke von letztem Abend im Kopf - 4 Medizinstudenten, stolz, mit Robe und Barett, die man schick oder lächerlich finden kann - wundere ich mich einmal mehr, wie viele verschiedene Lebensstile man allein in Dar es Salaam finden kann. |