Jonas hat gestern unseren Wasserverbrauch ausgerechnet. 250 Liter am Tag. Wenn das kein Grund zum Jubeln ist! Dazu muss man wissen, dass wir hier kein fließend Wasser haben und unser Nachbar Haha - sprich "JarJar" wie JarJarBinks aus Star Wars - jeden Tag Wasser in 20-Liter-Kanistern bringt. Letztes Jahr war der Wasserverbrauch riesig. Unsere erste Anschaffung war deshalb eine große Wanne für die Dusche. Mit dem schmutzigen Duschwasser wird die Toilette gespültt - ich habe nie gewusst, wie viel Wasser ein Klo schluckt. Und in den USA verbraucht jeder Einwohner täglich mindestens 380 Liter. Wir sind im Moment zu fünft und verbrauchen weniger. Komisch, dass es hier trotz Wassermangel ähnlich ist wie in Deutschland: Wer hat, der verbraucht auch. Wer ein Auto hat und dazu noch Wasser, der spritzt das erstgenannte schon mal jeden Morgen mit dem letzteren ab. So haben wir es jeden Morgen auf dem Uni-Gelände gesehen. 
Drei Tage später. Ich sitze im Esszimmer und höre ein freudiges Jubeln aus dem Hof. Wir haben Wasser! Olivia und Salma lachen und singen. Der Hausbesitzer hat eine neue Wasserpumpe eingebaut, die das Wasser aus der Leitung in einen Wassertank pumpt, der auf einem hohen Holzgestell neben dem Haus steht. Von dort fließt es dann überall aus den Hähnen, die vor kurzem noch trocken waren. Einen Tag später. Das nasse Vergnügen nimmt ein plötzliches Ende, als wir morgens das Bad betreten. Unsere Toilette verträgt das Wasser aus der Leitung nicht mehr. Besser gesagt: Sie ist undicht und braucht dringend einen Fundi (Handwerker). Die gibt?s an jeder Straßenecke: "Fundi bomba" was soviel heißt wie "Bombastischer Handwerker" oder auch Klempter. Bis uns dieser also besucht, heißt es weiter: Wasser-Eimer-Spülung per Hand. |