weltwärts Schulpartnerschaft für Klimagerechtigkeit
Schulpartnerschaft für Klimagerechtigkeit Drucken

hands_up.jpgAls Ulrike Eder, eine Mitarbeiterin der Infostelle Klimagerechtigkeit im Nordelbischen Missionszentrum, uns Freiwillige in Dar es Salaam bat, sie bei dem Aufbau einer Klima-Schulpartnerschaft zu unterstützen, waren wir sofort begeistert.

Die Partnerschaft sollte zwischen einem Gemeinschaftsprojekt der Halligenschulen und der East Africa International School in Dar es Salaam entstehen. Das Ziel war es, dass die tansanischen Kinder Briefkontakt zu den deutschen Kindern herstellen und sich über sich selbst, ihr Leben, ihre Kultur und ihre Umwelt austauschen.

Am Ende soll in Deutschland ein Kalender erstellt werden, in den Briefe, Fotos und Gemälde der Kinder in Deutschland und Tansania aufgenommen werden. Außerdem war es natürlich wichtig, dass möglichst alle Beteiligten etwas dabei lernten über Umweltthemen, besonders über den Klimawandel.

klasse.jpgUlrike Eder hatte schon mit der Schulleiterin Ms. Kellen Kontakt aufgenommen und unseren Besuch angekündigt. Wir wurden herzlich empfangen und gleich dem zuständigen Lehrer, Mr. Fred Aliisi, vorgestellt. Der nahm uns sofort mit in die Klasse, wo wir uns selbst, das Projekt und die Kinder auf den Halligen vorstellen konnten. Wir versuchten, den tansanischen Kindern zu erklären, mit welchen Problemen ihre deutschen FreundInnen momentan zu kämpfen haben, weil auf Grund des Klimwandels der Wasserspiegel in der Nordsee steigt und die kleinen Inselatolle, auf denen sie leben, immer öfter überflutet werden. Dabei wurde uns klar, dass die tansanischen Kinder noch nicht besonders viel über den Klimawandel wussten.

Deswegen machten wir es uns anfangs zu unserer wichtigsten Aufgabe, den Kindern zu erklären, wie der Treibhauseffekt zu Stande kommt. Mehrmals bereiteten wir ein kleines Programm vor und kamen dann an die Schule, um ein oder zwei Stunden Umwelterziehung zu betreiben. Mr. Aliisi, der Lehrer, hatte die Idee, auch einmal Ausschnitte aus dem Film "Eine unbequeme Wahrheit" mit Al Gore zu gucken. Obwohl die Kleinen (etwa 8 bis 12 Jahre alt) natürlich nicht alles verstanden, machte der Film einen tiefen Eindruck auf sie. Immer, wenn abbrechende Eisschollen gezeigt wurden, schrien sie erschrocken auf, die Kleineren hielten sich die Augen zu und die Älteren nahmen die Kleineren in den Arm, um sie zu trösten.

winners.jpgDie ganze Zeit über standen wir weiterhin in engem Kontakt zu Ulrike Eder, die das Projekt in Deutschland begleitet und auf den Schulen der Halligen mit den Kindern ebenfalls Workshops zum Thema Klimawandel durchführt.

So kamen wir auch auf die Idee, mit den Kindern hier in Dar es Salaam eine Klima-Rallye zu veranstalten. Sie wurden in Gruppen aufgeteilt und durften gegeneinander antreten, mussten Zeichnungen benennen und Fragen beantworten: Woran erkennt man den Klimawandel? Was ist der Treibhauseffekt? Was trägt der Mensch zur Umweltverschmutzung bei? Und vor allem: Was kann ich dagegen tun?

urkunde.jpg

Zu Hause werteten wir die Ergebnisse aus, und eine Woche später konnten wir dann die Siegerehrung feiern. Das war ein großes Spektakel. Die ganze Schule hatte sich versammelt und wir hatten Urkunden gebastelt, die die Schulleiterin an die Mitglieder der Siegergruppe verlieh. Die zuschauenden Kinder waren begeistert und feierten ihre "climate experts". "Ab jetzt werden auch die anderen Kinder etwas über den Klimawandel lernen wollen", sagte Mr. Aliisi.

Wir möchten das Projekt natürlich unbedingt weiterführen. Nach wie vor gehen ständig Briefe zwischen Dar es Salaam und den Halligen hin und her. Bald werden wir einen Maltag an der Schule in Dar veranstalten, damit die Kinder ihre Wunschklima malen können - die besten Bilder werden dann auf den Halligen in den Kalender aufgenommen. Außerdem möchte unsere tansanische Projektgruppe auch ein paar Strophen für das Klimaschutz-Musical schreiben, das die Kinder auf den Halligen gerade einstudieren.

Wir hoffen sehr, dass das Thema Klimawandel für unsere Schülerinnen und Schüler hier in Dar es Salaam auch noch eine Rolle spielen wird, wenn wir schon längst wieder in Deutschland sind. Dass sie nicht vergessen, welche Folgen Umweltzerstörung für Menschen überall auf der Welt hat - und was sie dagegen tun können.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 19. Mai 2008 um 20:30 Uhr
 

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