Jatropha, die "Wunderpflanze", wird in Tansania traditionell als "lebender Zaun" benutzt. Die energetischen Möglichkeiten des Öls aus den Samen waren lange unbekannt. Ein erstes Vernetzungstreffen von Experten in diesem Bereich sollte helfen, Forschung und Erfahrungen anzugleichen und voneinander zu lernen.Etwa 2 Monate nach Beginn meines FÖJ in Arusha fand vom 8. bis 10. November 2007 der „Regional Jatropha Practitioners Networking Workshop on Small-scale Jatropha Farming" statt. InWEnt - "Internationale Weiterbildung und Entwicklung" hatte zu diesem Vernetzungstreffen eingeladen, die Organisation und Ausführung lag bei KAKUTE Ltd. - unterstützt von einer DTP-FÖJlerin. Der Workshop war ein Forum für Jatropha-Interessierte aus Ost- und südlichem Afrika, die zusammenkamen, um ihre Erfahrungen in Jatropha-Produktion, Weiterverarbeitung und Marketing zu teilen. So konnten Richtlinien für die Jatropha-Weiterbildung im Bereich der Jatropha-Wertschöpfunskette gesetzt werden. Länderspezifisch anzuwendende Strategien für die Nutzung des Hybrid-Systems aus Jatorphaölnutzung im Generator und Solarenergie im Rahmen eines Rural Electrification Programmes wurden präsentiert. Von den insgesamt 27 TeilnehmerInnen waren 4 deutsch, 7 kenianisch, 7 tansanisch, 6 aus Sambia, 2 aus Simbabwe und einer aus Ghana. Vertreter aus Uganda und Mosambique konnten leider nicht anwesend sein. Die inhaltliche Leitung übernahm Professor Thomson Sinkala von Thomro Biofuels Zambia. Die Tatsache, dass eine Energiekrise droht und somit der Jatropha-Anbau, Verarbeitungs- und Veredelungsvorgänge sowie Marketing der Produkte nun Themen der Nationalen Sicherheit sind, wurde angesprochen. Michael Funcke-Bartz von InWEnt nannte als Ziele des Workshops die Gründung eines Jatropha-Netzwerks, die Handhabung von netzwerkinternen Informationen, einen Schwerpunkt auf dem Grassroot-Level und Beeinflussung der entsprechenden nationalen Politik. Armut, grenzübergreifende Vernetzung, Geschlechterrollen, nationale Weiterbildungsprogramme, Bewusstseinsbildung, Informationsaustausch und Unterstützung in der Politik wurden als primäre Angelegenheiten identifiziert.
Präsentationen der jeweiligen Regionen behandelten unter anderem folgende Themenbereiche: - Themenbereich 1: Jatropha-Anbau - Erfahrungen mit Jatropha-Anbau und Nutzung
- Themenbereich 2: Wertzusatz und Marketing - Wie kann man mittelständisches Jatropha-Farming stärken?
- Themenbereich 3: Weiterbildung und Forschung - Wie kann man die Weiterbildung (einschließlich Forschungsthemen und aktuelle Erkenntnisse) von Farmern und Entscheidungsträgern verbessern?
Der zweite Tag war - zwischen zwei theoretischen Tagen - praxisorientiert. Eine Exkursion stand an. Im gecharterten Minibus fuhren wir zunächst das Büro und Ausstellungsgelände der Gastgeber (KAKUTE) an. Dort wurden alle Themen und Techniken demonstriert, die in Seminaren gelehrt werden, also Baumschulen, Pressen, Biogas usw. Es kamen viele Fragen und Anregungen auf, beipielsweise bezüglich des Stutzens der Wurzeln in der Baumschule. Außerdem besichtigten wir noch eine kleine Jatropha-Farm nahe Arusha, wohin auch örtliche Frauengruppen kamen, um ihre Produkte zu verkaufen. Schließlich endete die Exkursion auf der Aloe-Vera-Farm KIKULETWA, die Flächen für Jatropha-Anbau im großen Stil zur Verfügung gestellt hat. Hier werden viele Testreihen durchgeführt, allgemein ist es ein Forschungs- und Untersuchungsfeld.
Insgesamt war der Workshop sehr erfolgreich, das "Jatropha Practitioners Network for Eastern and Southern Africa" (JAPANESA) wurde gegründet. Alle Teilnehmer äußerten ihre Dankbarkeit gegenüber KAKUTE für die Organisation und Logistik sowie InWEnt für die finanzielle Ermöglichung des Treffens. Ein derartiges Treffen soll nun regelmäßig stattfinden, zunächst aber müssen die jährlichen nationalen Treffen etabliert werden.
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