Am Wochenende des 21./22. Februar fand auf Zanzibar der erste Solar Energy Day in der Haile Selassie Secondary School, der größten Schule der Insel, statt. Organisiert wurde er von der Zanzibar Solar Energy Association (ZASEA) und maßgeblich finanziert von der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft (DTP). Das Ziel des Ereignisses war die Bevölkerung des vorgelagerten Archipels über die Möglichkeiten und die Verfügbarkeit solarer Technologien zu informieren, sowie einen Informationsaustausch zwischen verschiedenen Akteuren im Bereich der erneuerbaren Energien zu ermöglichen. Es stellten einige Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ihre Produkte aus, die Solare Energie stand im Mittelpunkt; zudem fand ein Informationsprogramm, welches aus vielen interessanten Präsentationen bestand, für die geladenen Gäste statt. Zum ersten Mal in der Geschichte Zanzibars wurden die mit jeweils 400.000 TSH dotierten Solar Awards an drei besonders engagierte Pioniere der Solarenergie verliehen. Die Auszeichnungen erhielten in chronologischer Reihenfolge Mtumweni Abbas, der führende Kopf von UZIESCO, dem Energieversorger der Halbinsel UZI, Ramadhan Said Omar, der Geschäftsführer von ZASEA sowie Mohammed Salum Ali, der den Jugend Award für sein überdurchschnittliches Engagement verliehen bekam. Eröffnet wurde der Solar Day am Nachmittag des 21. Februars durch Mohammed Saleh Ali, den Vorsitzenden von ZASEA. Im Verlaufe des ersten Tages wurden weitere Reden gehalten von Khatib Thabia Muhsin, der stellvertretende Vorsitzende der Organisation und Dr. Mohammed Gharib Bilali, der ehemalige Premierminister von Zanzibar, der als Ehrengast geladen war. Der Ehrengast betonte in seiner Rede besonders die wichtige Rolle der erneuerbaren Energien in der Zukunft Zanzibars. Er hob auch die besondere Aufgabe der Lehrenden - viele Mitglieder von ZASEA sind Lehrer - hervor und bat sie die Verantwortung für die Unterrichtung in den Möglichkeiten der Solarenergie zu übernehmen. Die Sonne sei schließlich ein Geschenk Gottes an die Menschen und müsse angenommen und genutzt werden. Des Weiteren erwähnte Dr. Bilali die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Solarausrüstung, die seit Dezember 2008 in Kraft ist, und bedankte sich bei der DTP für ihr Engagement in der Verbreitung Erneuerbarer Energien in seiner Heimat, vor allem auf der Halbinsel Uzi und der Insel Tumbatu.
Die Verleihung des Zanzibar Solar Awards und Appreciations, Dankesurkunden für verdiente Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien, ging einher mit der Verleihung des neuen Solar-T-Shirts, welches zum Erkennungszeichen und Symbol der Solarpioniere werden soll. Sowohl die Preise als auch die T-Shirts wurden von Andrea Karsten, der Ehrenvorsitzenden der DTP, die auch maßgeblich an der Organisation des Solar Days beteiligt war, verliehen. Wie im islamischen Zanzibar üblich wurde auch aus dem Koran rezitiert und ein traditionelles Gedicht, mit der Geschichte ZASEAs und der Bedeutung der Solarenergie als Text, vorgetragen. Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung kam erst zur Geltung wie gut besucht das Ereignis war. Im Voraus mussten schon für die über 300 Besucher mehr Stühle als erwartet herangeschafft werden. Das große Interesse der vor allem jüngeren Leute wurde deutlich als den Ausstellern die Informationsmaterialien quasi aus den Händen gerissen wurden. Zwar waren die Verkaufszahlen nicht so hoch wie erhofft, aber die herrschende Aufbruchsstimmung ist nicht mehr zu verkennen. Am zweiten Tag der Veranstaltung verlief das Präsentationsprogramm wie geplant und einige hochkarätige Präsentatoren hielten Vorträge, wie etwa Mohammed Parpia von ZARA Solar oder Matthew Matimbwi aus Malinyi. Auch hier war das Interesse groß und insgesamt 56 Menschen nahmen am Informationsprogramm teil und stellten viele wichtige Fragen, die erkennen ließen, dass Solar als wichtige Technologie etabliert und beliebt ist. Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass es wichtig war diesen ersten Solar Energy Day veranstaltet zu haben. Eine Nichtregierungsorganisation wie ZASEA, wächst an ihren Aufgaben. Der Solar Energy Day 2009 war für die Verhältnisse auf Zanzibar gut organisiert und das Team von ZASEA ist zufrieden mit dem Verlauf des Ereignisses. Im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln ist das Ergebniss noch beachtlicher. Trotzdem gibt es noch einige Punkte die Verbesserungsbedarf aufweisen, damit zum nächsten Zanzibar Solar Energy Day eine Steigerung zu erkennen sein wird. Die Zusammenarbeit mit den ausstellenden Firmen müsste noch weiter verbessert werden damit auch ihr Zielpublikum angesprochen wird. Die große Anzahl an Schülern, die die Veranstaltung besuchten, war zwar interessiert, nicht aber kaufkräftig genug um selbst günstigere Solarprodukte erwerben zu können. So erhielt ZASEA von den meisten Ausstellern die Rückmeldung, dass sie nicht so viel verkauft hatten wie erhofft und dies mit dem kaufkraftarmen Publikum begründeten. Es ist das Ziel größerer Solarunternehmen, wie zum Beispiel Zara Solar, Rex Investment oder Ensol, eher die großen Kunden, wie Hotels oder Ferienanlagen sowie die Mittel- und Oberschicht zu erreichen, bei denen eine größere Gewinnspanne zu erzielen ist. ZASEA, als nicht Profit orientierte Organisation, teilt diese Ansicht nicht, sondern hat sich das Ziel gesetzt die einfache Bevölkerung zu informieren und aufzuklären, wie es normalerweise auch auf Dorf- und Schulpräsentationen geschieht.
Dieses Ziel wurde mit dem Solar Day bestmöglichst verfolgt, denn auch junge Firmen mit günstigen Produkten wurden eingeladen. Der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Firmen war groß und auch für ZASEA konnten viele hilfreiche Kontakte geknüpft werden. Aus diesen Gründen wurde die Veranstaltung was sie war, eine allgemeine und kostenlose Informationsveranstaltung für die Bevölkerung Zanzibars und überregionale Unternehmen. |