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heide_kituochanishatiDas Konzept sah eine Serie von fünf Präsentationen über erneuerbare Energien, insbesondere Solarenergie vor und zwar in Zusammenarbeit mit dem Energiezentrum „Kituo cha nishati Sokoni 1 na Sombetini“, einer tansanischen Nicht-Regierungsorganisation. Dabei handelt es sich um die Frauengruppe, mit der wir bereits seit Oktober zusammenarbeiten.

Die Planung begann bereits Ende 2008. Finanziert wurde das Konzept durch DTP-Projektgelder, die an 50% tansanische Beteiligung gebunden sind. Diese erfolgte überwiegend durch eigene Arbeit. Man muss dazu sagen, dass ein solcher Finanzplan eine ziemliche Rechnerei und Hin- und Herschieben von Beträgen bedeutet.

Im Dezember hatte unser Chef bereits Briefe an “Bürgermeister” bestimmter Dörfer geschrieben, die wir gemeinsam mit Hilda und Neema verteilten. Dabei besichtigten wir die Gebiete und kamen in ersten Kontakt mit den lokalen Ansprechpartnern.

Im Büro formulierten wir eine Projektbeschreibung und stellten Finzanz- und Zeitpläne auf. Außerdem suchten wir nach einem möglichen Partner, der den Mitgliedern des Zentrums praxisbewährtes Solar-Wissen näher bringen konnte. In einem kleinen tansanischem Solar-Unternehmen fanden wir diesen Partner und formulierten Richtlinien für dessen Zusammenarbeit mit dem Zentrum.

Mitarbeiter des Unternehmens führten einen viertägigen Lehrgang im Zentrum durch. Er bestand aus 2 Tagen zur Theorie und 2 Tagen zur Praxis und gab den 8 Teilnehmern Gelegenheit unter anderem die Planung und Berechnung von Solarsystemem zu erlernen, herumzuschrauben und selber auszuprobieren.

Parallel zum Training besorgten wir Werbematerialien, wie T-Shirts und Plakate, da die erste Präsentation schon in der selben Woche statt finden sollte. Das führte auch dazu, dass der größte Teil der Planung und Ankündigung von uns durchgeführt wurde. Die selben Tätigkeiten übernahmen wir dann auch für die zweite Präsentation. Wir besuchten im Laufe der Woche der Veranstaltung mehrfach das entsprechende Dorf, um den “Bürgermeister” zu treffen, einige Dinge abzusprechen, einen Präsentationsort zu suchen, mit Leuten zu reden und sie einzuladen.

Die erste Präsentation in Longidong

Am 07. Februar führten wir die erste “onyesho la solar” in Longidong durch. Wir präsentierten auf dem Schulgelände einer “Nursery and Primary School”. Auf ein paar Tischen wurden die Techniken aufgebaut, die Schule lag gut erreichbar von mehreren Seiten, und außerdem waren wir von der Straße aus gut zu sehen und sobald eine Gruppe Interessierter versammelt war, kamen mehr Leute, die dadurch neugierig gemacht wurden, dazu. Vielleicht lag es am Regen, dass gegen Ende nicht mehr ganz so viele Leute erschienen, aber 60 Besucher waren es bestimmt.

Die zweite Präsentation in Muriet

Die wahrscheinlich erfolgreichste Präsentation - zumindest an Verkäufen und Besucherzahlen gemessen- folgte in der Woche darauf in Muriet. Wir fuhren mit einem gemieteten Dala Dala, der voll war mit Mama Pere, Hilda, Neema, Amina, Ednesta und Lucia [sechs Frauen aus dem Zentrum], Juven [dem Handwerker des Solar-Unternehmens], Mohammed [dem “Bürgermeister” der Gemeinde, in der sich das Zentrum befindet], Tungaraza [der am Trainin

g teilgenommen hatte und eigentlich ein Mitglied eines anderen Energiezentrums ist], uns beiden Freiwilligen, Briketti, Körben, dem Solar-System, Öfen, getrocknetem Gemüse und ein paar anderen Techniken. Angekommen, wurde aufgebaut, Techniken ausgeräumt und Tische aus den Klassenräumen getragen, denn Präsenentationsort war wieder eine Schule. Tungaraza und Juven erklärten Interessierten, wie Solar-Systeme funktionieren. Lucia goss ein Glas zu ¾ voll mit Wasser, gab etwas Pflanzenöl hinzu, drehte ein Stück Toilettenpapier in das Plättchen des “floating light”, setzte dieses in das Glas und entzündete es. Mama Pere erklärte wie der Zementofen neben dem Kochen für die Essenszubereitung auch noch Wasser erhitzt. Der Ort war offen für alle und nach und nach gingen und kamen Leute, skeptisch, interessiert, zweifelnd, fragend, neugierig. Insgesamt besuchten uns wohl ungefähr 70. Auch verkauft wurde einiges an diesem Tag, sogar noch aus dem schon wieder beladenen und zum abfahren bereiten Dala Dala heraus.

Die dritte Präsentation in Krikia a/ Muriet

Die Planung der dritten Präsentation wollten wir gerne mit den Mitgliedern des Zentrums gemeinsam durchführen. Leider ließ es sich nicht vermeiden, dass die Absprache mit dem Schulleiter, auf dessen Schulgelände wir präsentieren wollten, auf den Tag vor der Veranstaltung fiel. Ich weiß nicht warum, ob es sich um ein Missverständnis gehandelt hat, aber wir waren mit zwei Frauen verabredet gewesen, die leider nie erschienen. Die Vorbereitung lag demnach wieder in unserer Hand. Am nächsten Tag erreichten wir die Schule in Kirika A mit einer Verspätung von einer Stunde. Nur waren die Besucher dieses Mal sehr pünktlich gewesen und die meisten waren bereits wieder nach Hause zurück gekehrt. Das war sehr schade, da - wie uns berichtet wurde- wirklich viele erschienen waren. Die Gruppe wirkte etwas bedrückt. Der Ort schien nicht besonders geeignet, da er abseits von den nicht an das nationale Stromnetz angeschlossenen Gebieten lag. Die Gruppe fasste einen Entschluss und so fanden wir uns, wie bereits in der Woche zuvor, wieder in Muriet wieder. Allerdings erschienen weitaus weniger Besucher, vielleicht 15. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass wir unangekündigt erschienen und zum anderen vielleicht daran, dass die Leute nicht mehr so neugierig auf die Techniken waren. Ich fand es sehr bedauerlich, dass es sich so ereignet hat. Denn der Schulleiter war sehr bemüht gewesen und wir sind einfach abgefahren, ohne ihn noch einmal zu treffen. Doch schien die Gruppe sich verantwortlich zu fühlen.

Die Planung der folgenden Präsentationen übernahmen die beiden wahudumu. Wir kümmerten uns nur um den Dala Dala und wie immer informierte ich Juven und Tungaraza, wann wir uns am Zentrum treffen würden.

Die vierte Präsentation in Somebetini

Großer Stau in Arusha. Und der Dala Dala-Fahrer, mit dem wir uns in der Stadt verabredet hatten, kam über ein Stunde zu spät. Als wir das Zentrum erreichten, saß dort nur der arme Tungaraza, der sich an die Zeit in meiner SMS gehalten hatte. Mit den wahudumu hatten wir an

diesem Tag schon einige Male telefoniert und uns scheinbar sehr missverstanden, was wohl auch an unseren teils noch nicht ganz ausgereiften Swahili-Kenntnissen lag. Die beiden waren mit Juven auf einer Solar-Installation. Wir und Tungaraza fuhren zu ihnen. Dann gab es ein bisschen kelele [= Lärm, Geschrei]. Wobei es beiden Seiten schwer viel, die jeweils andere zu verstehen. Aber wie so oft in Tansania, lösen sich Probleme einfach von selbst, wenn man abwartet. Wir sammelten die drei ein und fuhren nach Sombetini, wo sich zeigte, dass es für diesen Ort durchaus keine Rolle spielte, ob wir zwei Stunden zu früh oder zu spät eintrafen. Wir bauten die Sachen an einer für die Gegend zentral gelegenen Straße auf, an der viele Leute uns beim Vorübergehen sehen konnten. Insgesamt kamen wieder ungefähr 50 Interessierte und es wurde unter anderem einer der großen Zementöfen verkauft.

Die fünfte Präsentation in Somebetini

Neema und Hilda planten wieder am selben Ort zu präsentieren, da der Bürgermeister versicherte, dies am Sonntag vorher in der Kirche anzukündigen. Außerdem wäre es sicher ein günstigerer Tag, wenn wir am Sonntag kommen würden. Da haben die Leute schließlich Zeit. Und da waren wir wieder. Wieder die selben fünf: Hilda, Neema, Tungaraza, Anna und ich. Juven war nicht dabei, dafür aber Ednesta. Aber es stellte sich heraus, dass sich an diesem Sonntag nur ungefähr 20 Leute für die Techniken interessierten.

Generell war es sehr angenehm und wohl auch für das Selbstwertgefühl der Gruppe recht positiv, dass wir während Präsentationen eher wenige Aufgaben übernahmen. Es war erstaunlich zu sehen, wie schnell die Gruppe ein eigenes Konzept fand, um die Präsentationen umzusetzen. Ich bin nicht sicher, ob die anderen Frauen anderweitig beschäftigt waren, nicht informiert wurden und somit gewollt oder ungewollt den letzten beiden Präsentation fernblieben. Allerdings fand an einem der Tage wohl eine Beerdigung statt.

Noch allgemein zum Sinn und Wofür des Projekts

Wir hatten uns für die Durchführung dieses Projekts entschieden, da es uns aus verschiedenen Gründen sinnvoll erschien. Die Dörfer wirkten geeignet, um Leute auf Solarenergie aufmerksam zu machen, da sie noch nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, allerdings finanzielles Potential zur Anschaffung vorhanden schien (viele größere Häuser). Für Besucher der Präsentationen gab es die Möglichkeit Energie sparende Technologien zu erwerben und neues über erneuerbare Energien zu erfahren. Auch sind die anderen Produkte des Zentrums bei Weitem nicht so kostenintensiv, wie ein Solar-Home-System. Den Mitgliedern des Zentrums wurde die Möglichkeit gegeben durch den Verkauf ihrer Techniken Einkommen zu erwirtschaften. Außerdem konnten sie neue Erfahrungen mit der Durchführung von Präsentationen sammeln, sich Solarwissen aneignen, mit einer Firma zusammenarbeiten und in Kundenkontakt kommen. Auch war Photovoltaik ihnen nicht völlig neu, da sie offiziell ins Angebot zählt und sich im Zentrum bereits ein kleines System befindet. Mit der Verbindung zur Firma kann jetzt tatsächlich verkauft werden. Und es wurde lokales Kapital mobilisiert, so dass die Solar-Firma Aufträge erhielt. Insgesamt wurden über 200 Menschen durch die Präsentationen erreicht.

Dem gegenüber steht, dass faktisch die Kosten für das Mieten des Dala Dalas, den erhaltenen Umsatz überstiegen, was auch nicht anders zu erwarten war. Wie sich die Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Unternehmen entwickeln wird, wird sich zeigen. Geplant ist, dass Mitglieder eigenständig Werbung betreiben und Kunden finden können, somit Aufträge für die Firma zu suchen. Anreiz ist, dann auch bei der Beratung und Installation dabei zu sein und eine Bezahlung zu erhalten. Wahrscheinlich werden auch nicht alle Teilnehmer des Lehrgangs tatsächlich etwas mit dem angeeigneten Wissen anfangen können. Ich setze allerdings Hoffnung in Hilda, die als Elektrikerin bereits viele Grundlagen mitbrachte und Tungaraza, der sehr engagiert ist und schon vorher im Energiezentrum „Daraja mbili“ einer fittesten im Bereich Solarenergie war. Wir hoffen vielleicht auf ein zweites Seminar, dasvoneinerNGOkostenlosdurchgeführtwerden könnte. Denn diese bekämpft eines der Probleme, dass die Photovoltaik in Tansania hat. Verkäufer, die wenig über das wissen, was sie tun und ihren Kunden irgendetwas verkaufen, nur um zu verkaufen. Die Käufer investieren viel Geld in eine Technik, die ihren Zweck dann nicht wie gewünscht oder gar nicht erfüllt, weil sie nicht entsprechend installiert oder ausgewählt wurde. Das schadet dem Ruf der Solarenenergie.

Wir werden häufig mit Anna, die für WODSTA mit der Frauengruppe zusammen arbeitete, verglichen. Wir hatten angekündigt, dass zum Solar-Training selbstständig Schreibmaterialien mitgebracht werden sollten. Bei ihr lag für jeden Stift und Papier bereit. Aber wir ziehen es vor die weniger spendablen Freiwilligen und hoffen dafür, auch die letzten zu sein.


Ort:Arusha

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Beim Solar Training

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Auf der ersten Präsentation in Longidong, beim Vorführen des Ofens

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"Floating Light" - das zwar deutlich weniger Licht abgibt als z.B. eine Kerosinlampe, dafür aber auch keinen Rauch.

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Beim Aufbauen der zweiten Präsentation

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Zweite Präsentation in Muriet

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Die vierte Präsentation in Somebetini

heide_installation

Beim installieren des Solar Systems

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. April 2009 um 15:49 Uhr
 

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