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Wenn auf einem Mobiltelefon ein bekannter Markenname steht, dann ist das schön. Wenn jedoch auf einem Mobiltelefon drei verschiedene Schreibweisen eines bekannten Markennamens stehen, dann sollte einen das nachdenklich stimmen... Denn dann hat man es ziemlich sicher mit einem „Feki“-Produkt zu tun. Das Suaheliwort „Feki“ kommt vom englischen Wort „fake“, zu deutsch etwa „unecht, gefälscht“. Als „Feki“-Produkte werden nachgeahmte Markenprodukte bezeichnet. Hiervon gibt es in Tansania ein umfangreiches Repertoire. Meistens kommen diese aus China, da es dort einige Sonderregelungen zum Urheberrecht gibt. Oder die Hersteller versuchen auf subtilere Weise den Markenschutz zu umgehen. Manchmal steht auf den Produkten einfach „Made like in Germany“ statt „Made in Germany“. Einige „Feki“-Hersteller versuchen Urheberrechtsklagen zu umgehen, indem sie auf ihren gefälschten Produkten den Produktnamen des Originalproduktes leicht abwandeln. So wird aus „Calvin Klein“ beispielsweise „Kalvin Clein“, aus „Tschibo“ „Kchibo“ oder, für Menschen aus dem deutschen Sprachraum besonders lustig, aus „Honda“ „Shunda“. Ob dem Urheber dieses „Feki“-Namens die Anlehnung an das deutsche „Schund“ wohl bekannt war? Denn das größte Problem von „Feki“ für den Kunden ist häufig die miserable Qualität: Hammerköpfe zerbrechen, wenn man sie auf einen Nagel schlägt, Wasserhähne haben nach ein paar Monaten regulärer Benutzung so viel Spiel, dass der Wasserfluss sich nicht mehr abstellen lässt, Ein Feuerzeug funktioniert nur, wenn man es im Laden ausprobiert, sobald man es bezahlt hat, versagt es seinen Dienst. Die Produkte sind zwar meist sehr preisgünstig, aber manchmal sehnt man sich doch nach einer etwas längeren Haltbarkeit. Anders ausgedrückt: die Sachen zerfallen schon beim Angucken, spätestens aber, wenn man sie in die Hand nimmt. Doch das muss nicht immer so sein: Es gibt zum Teil sogar Produktklone, die das Original in der Vielfältigkeit der Funktionen sogar noch übertreffen. So habe ich beispielsweise vor einigen Monaten ein geklontes Mobiltelefon der Marke „Samsung“ erworben. Außen auf dem Telefon steht „Samsung“, wenn man das Gehäuse öffnet und die Beschriftung unter der Batterie betrachtet liest man dort den Firmenzug „Sumsung“, beim Einschalten des Gerätes erscheint auf dem Startbildschirm der Schriftzug „Samsvng“. Dennoch bin ich bis jetzt mit dem Gerät sehr zufrieden. Es hat etwa ein fünftel eines vergleichbaren Originalgerätes gekostet, erbringt aber dennoch ähnliche Leistungen. Und damit nicht genug, es verfügt sogar, anders als das Originalgerät, über zwei Simkartensteckplätze, ist also dem Original sogar noch überlegen. Doch solche Glücksgriffe sind wirklich selten und man muss sich schon sehr auskennen, um sie von dem angebotenen Schund unterscheiden zu können. Allgemein erhält man von einem Straßenhändler, wenn man eine Frage zu einem von ihm feilgebotenen Produkt stellt, grundsätzlich die Antwort, die man hören möchte. Beispielsweise: „Ist das T-Shirt aus Baumwolle?“ „Ja natürlich!“. Da sich das T-Shirt nach Kunstfaser anfühlt, nimmt man sich vor, den nächsten Händler genau anders herum zu fragen: „Ist das T-Shirt aus Plastikfaser?“ „Ja, ich glaube schon“ „Ich suche aber eines aus Baumwolle!“ „Das hier ist sicherlich Baumwolle!“ „Eben war es noch Kunstfaser!“ „Nein, das ist ganz sicher Baumwolle!“. Sehr hilfreich, eine solche Auskunft... Doch besonders für die ärmeren Bevölkerungsteile hier hat die Verfügbarkeit von „Feki“-Produkten auch einen riesigen Vorteil: Kaum einer könnte sich ein echtes „Honda“-Motorrad leisten. Das „Feki“-Produkt „Shunda“ ist aber schon für ein Viertel des Preises verfügbar. So wird ein Motorrad für viele überhaupt erst erschwinglich. Unter diesem Gesichtspunkt ist der lockere Umgang mit Produktplagiaten in Tansania wahrscheinlich sogar gar nicht so schlecht. Außerdem bekommt man in eigentlich jedem Laden normalerweise zwei verschiedene Qualitätsstufen eines Produktes vorgestellt: Deutschland / UK / USA oder China. Man hat dann die Wahl, ob man lieber mehr Geld ausgibt, oder sich später über die Qualität ärgert. So hat eigentlich jeder seinen Vorteil von den chinesischen Produktplagiaten, solange er nur die Qualität eines Produktes noch vor dem Kauf richtig einschätzen kann. | | Jetzt spenden! 100% für Projekte! |