weltwärts Solare Ladestationen auf „Uzi“ – Das Follow Up
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Im Jahr 2001 wurde von den Bewohnern der Halbinsel Uzi – im Osten von Zanzibar - gemeinsam mit TASEA und der Universität Dar es Salaams ein Projekt ins Leben gerufen um 50 Haushalte mit Solar-Strom zu versorgen. Auf Uzi gibt es die beiden Dörfer Uzi und N’gambwa in denen insgesamt 3200 Einwohner ohne Anschluss an das Stromnetz leben. Im Dienste der Entwicklungshilfe wurden damals sechs Solare Ladestationen in dem Dorf Uzi und 4 in N’gambwa eingerichtet. Die Spendengelder flossendie 120 Watt Panel und die dazugehörigen Chargecontroller, sowie Verkabelung, eine Diebstahl sichere Halterung und natürlich die Installation geflossen. Als Eigenanteil der Bevölkerung Uzis mussten sich die Bewohner ihre Batterien selber kaufen u.a. da diese meist die pflegeintensivsten Bestandteile eines Solarsystems sind. In der Grundidee gehören fünf Haushalte zu jeder Ladestation, jeder Haushalt hat einen Tag in der Woche um seine Batterie zum Laden zu bringen. Jeder Ladevorgang kostet einen minimalen Betrag und das Geld soll zur Instandhaltung und Erweiterung des Systems verwendet werden, für die der jeweilige Haushalt zuständig ist. Mtumweni Abass, der jüngst den Solar Award erhalten hat, ist als Mitglied von ZASEA der Obmann aller Systeme. Nach 7 Jahren Betrieb kann nun Resumé gezogen werden: Wie kommt die Bevölkerung mit den Systemen zurecht? Gibt es Probleme? Woher kommen sie? Und kann die Situation verbessert werden? Die dreiköpfige Crew zur Analyse bestand aus Ramadhan Said Omar, dem Executive Secretary von ZASEA, Timo Holzfuß, einem der zwei Freiwilligen bei ZASEA sowie Tobias Rothenwänder, einem Maschinenbaustudent aus Berlin, der zurzeit für Micro Energy eine Feldstudie durchführt. Als die Crew die Halbinsel nach einer mühsamen Fahrt erreicht hatte wurde sie herzlich willkommen geheißen. Mtumweni war bestens vorbereitet, er hat das Programm für den anstehenden Tag vorgetragen und alle zum Frühstück zu seiner Familie eingeladen. Nach dem Frühstück ging es ans Werk, und die Crew begann mit der Analyse von Mtumwenis Ladestation. Dieser hatte sich im Vorwege bereits über Probleme mit dem Chargecontroller geäußert. Des Weiteren hatte er den Verdacht, dass seine „Second-Hand-Batterie“ defekt sei. Nach gründlichem Durchmessen der Anlage fand das Team heraus, dass vor ca. einem halben Jahr eigenmächtig der Chargecontroller überbrückt wurde, da Probleme vermutet wurden. Dies hatte zur Folge, dass der Ladevorgang der Batterien nicht mehr gesteuert wird. Besonders für die von Mtumweni verwendete Batterie vom Typ Sealed - Deep cCycle ist dies schädlich. Für die Mitglieder, die ihre Batterie an dieser Ladestation laden, hatte das Überbrücken des Chargecontrollers keine weiteren Auswirkungen, denn sie verwenden günstige Autobatterien. An dieser Stelle kann gleich auf das nächste Problem eingegangen werden: Die verwendeten Autobatterien sind für die Anwendung im Solaren Bereich nur bedingt geeignet, idealerweise müssten sie jeden Tag geladen werden, und nur die Energie entnommen werden, die direkt wieder hinzugefügt wird. Die Nutzer auf Uzi jedoch müssen größtenteils eine ganze Woche mit der Energie aus einer Batterie auskommen. Die Energie einer 70 Ah Batterie reicht im voll geladenen Zustand jedoch nur maximal 4-5 Tage um 3 Solarlampen zu betreiben. Da die Nutzer festgestellt haben, dass ohne Chargecontroller, nachdem die Lampen nicht mehr betrieben werden können, wenigstens das Radio noch genutzt werden kann, wurde kurzer Hand der Chargecontroller abmontiert oder einfach das Radio direkt an die Batterie angeschlossen. Der Chargecontroller ist jedoch notwendig um eine Tiefentladung der Batterien zu vermeiden und schaltet bei 11,1V Batteriespannung ab. Durch das Radio wird die Batterie also nach und nach immer tiefer entladen, denn ein Radio funktioniert auch noch mit bis zu 6V Batteriespannung. Da sich über die Jahre mehr Haushalte eine Autobatterie geleistet haben, wurden es immer mehr Nutzer pro Ladestation, die Ladezeit der Batterie pro Nutzer reicht somit nicht mehr aus. Nach einer Woche ist die Batterie „leer“ um sie vollständig zu laden reicht ein Tag bei weitem nicht aus! Die Batterie wird nicht mehr vollständig geladen und nun können die Lampen nur noch 2 – 3 Tage genutzt werden. Der Chargecontroller würde dann abschalten, es bleiben aber noch 4 Tage bis zum nächsten Aufladen. Wenn nun das Radio, wie bei vielen beobachtet, trotzdem den ganzen Tag durchläuft ist die Batterie erneut sehr tief entladen. Autobatterien sind für solche Zyklen nicht konzipiert. Selbst bei Solar-Batterien (Deep cycle) reduziert diese Anwendungsweise die Lebensdauer. Und durch das Überbrücken des Chargecontrollers entstehen weitere negative Folgen: Die Solarlampen arbeiten in einem Spannungsbereich von 10,5 bis 14,5V (Beispiel STECA). Durch das nicht vollständige Laden und die daraus resultierende Tiefentladung der Batterien arbeiten die Lampen am unteren Limit. Auf Dauer vertragen sie diese Spannung nicht und gehen viel schneller kaputt als in optimal dimensionierten oder überdimensionierten Systemen. Es liegt anscheinend an fehlender Aufklärung und Bildung, anders ist es schwer zu erklären wie eine Autobatterie vollkommen austrocknen kann. Viele der Nutzer füllten nicht-destilliertes Wasser nach, in einem anderen Fall wurde in eine Gel-Batterie (Deep cycle) destilliertes Wasser gefüllt. Man könnte von „professioneller Batteriezerstörung“ sprechen. Dies ist sehr ärgerlich denn die Anlagen könnten viel besser genutzt werden. Mittlerweile sind es weniger Nutzer pro Ladestation geworden, denn nachdem schon die zweite Generation an Batterien den Geist aufgegeben hat, können sich manche Haushalte keine neue Batterie leisten und bemühen sich um einen Anschluss bei ZECO (Zanzibar Energy Cooperation), dem hiesigen Stromversorger. Sie sehen keine Vorteile im solaren Strom, dessen Quelle für Jedermann umsonst zur Verfügung steht. Es kann festgestellt werden, dass die Nutzer der Solarsysteme schon lange auf Hilfe gewartet haben. Sie waren komplett überfordert mit der Anlage und haben vor geraumer Zeit aufgegeben sich intensiv um die Batteriepflege und Anlagenwartung zu kümmern. Zugegeben: Es ist nicht einfach ohne elektrotechnische Grundkenntnisse eine Batterie ordnungsgemäß zu Pflegen, aber deshalb muss eine Lösung her, die den Nutzern den Umgang mit den Batterien erleichtert, am besten sogar aus der Hand nimmt. Es gibt bereits 6 gut funktionierende und effektive Solarmodule inklusive funktionierender Chargecontroller. Die Batterien fast aller Haushalte arbeiten nicht optimal, auf lange Sicht benötigen sie eine Neue, jedoch das Geld für eine Solar-Batterie fehlt. Eine Zentralisierung der Systeme wäre eine Lösung: Die Haushalte, die jetzt einmal die Woche zum Laden kommen liegen weitestgehend in der direkten Umgebung zu der Ladestation, wenn man nun zusammenlegt um eine große, gute Solar-Batterie zu kaufen und von einem zentralem Standpunkt Leitungen zu den einzelnen Haushalten legen würde, wäre die Versorgung eines jeden Haushaltes gesichert ohne dass viele Batterien angefasst werden müssen. Die Haushalte die weiter weg liegen müssten zusammengefasst werden, es handelt sich um 5 Haushalte, diese hätten die Möglichkeit ihre Batterien in kleineren Zyklen zu laden. Zunächst jedoch hat das Team von ZASEA angefangen Tipps zu geben und dringend notwendige Investitionen aufgelistet. Für mehr fehlt leider zurzeit das Geld.
Alle Beteiligten am Projekt sind dabei, sich Gedanken zu machen, was nächste Schritte sein können. Wir werden in einiger Zeit (die in Tansania langsam läuft) berichten können, was gefolgt ist.

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 07. Mai 2009 um 17:56 Uhr
 

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