Der Anfang war zäh, denn der Freiwilligenjahrgang 2010/11 trudelte nur allmählich zum Nachbereitungsseminar in Hamburg ein. Erstaunlich viele waren zu dieser Zeit, dem 14. September, schon am studieren. Trotz des zähen Auftakts, begann das Seminar jedoch gleich sehr konzentriert und zufriedenstellend intensiv. Besonders schön war dabei die gewählte Taktik von unserer Seminarleitung, der Tanja Neubüser; jeder von uns sollte drei Fotos mitbringen, die einen besonderen Wert für uns und unser Jahr in Tansania haben. Überall in den Räumlichkeiten verteilt hingen sozusagen Persönlichkeiten und ihre Erlebnisse, die uns allen schnell die Erinnerungen an das Jahr zurückbrachte. Wir haben uns in diesen knappen vier Tagen über so Einiges ausgetauscht und beraten. Im Mittelpunkt standen dabei drei Hauptbereiche: die Schwierigkeiten beim wieder-Einleben in Deutschland, mögliche Rückkehrerarbeit generell und speziell bei der DTP und das leidige aber trotzdem sehr wichtige Thema Entwicklungszusammenarbeit. Dass alles sehr informativ und hilfreich für uns war, brauch ich im Hinblick auf alle voran gegangene Seminare mit der DTP gar nicht mehr zu erwähnen. Bezeichnend fand ich dabei die Dynamik der Gruppe und vor allem wie offen, fröhlich und aufmerksam alle miteinander waren. Ein Highlight dieses Seminars war ein kurzer Besuch der beiden Reverse-Freiwilligen aus Tansania. Es war schön zu sehen, was den beiden Damen aus tansanischer Sicht zu unserer Kultur hier in Deutschland auffällt. So haben die beiden herzlich über die Phänomene „Schnuller“ und „Kinderwagen“ gelacht. Na klar, wenn das Kind zu schwer ist, kommt's in den Kinderwagen und wenn es schreit, bekommt's einen Schnulli in den Mund, weil man ja nicht mitten im Bus mit dem Stillen anfangen kann. Der Austausch mit Jonia und Cynthia hat beiden Seiten sehr gut getan. Uns hat es bei der ganzen Reflektionsarbeit noch mal neue Anstöße gegeben und wir konnten ihnen gute Tipps zum Einleben in einer anderen Kultur und der Sprache geben. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Seminars waren natürlich die immer variierenden Warm-Ups. ohne die es wahrscheinlich nur halb so effektiv gewesen wäre. Die Kreativität hat sich besonders bei der Erstellung von unterschiedlichen Vortragsmodellen im Zuge der Rückkehrerarbeit als sehr produktiv erwiesen. In Gruppenarbeit wurde zum Beispiel ein interessantes Programm für einen Tag an einer Grundschule zum Thema „Kinder in Tansania und Deutschland“ durchgeplant. Ziel ist es, schon früh die Bilder von „Afrika“ in den Köpfen der Deutschen zu ändern und zu sensibilisieren. In einer anderen Gruppe wurde ein Konzept für eine Projektwoche entwickelt, bei der am Ende in gemeinsamer Arbeit ein Windrad nahe der Schule aufgebaut werden soll. Womit wir bei einem schönen Thema angelangt sind. Auf dem Seminar wurde deutlich, dass die Notwendigkeit, „Entwicklungsarbeit“ auch hier in Deutschland zu betreiben, ein fettgedruckter Punkt auf der Liste der DTP ist. So geht der Freiwilligendienst über das Jahr in Tansania hinaus. Es wäre ja auch schade, wenn all die wichtigen Erfahrungen, die wie in Tansania gemacht haben, einfach in unseren Köpfen vergammeln würde. Vor dem Seminar wirkten die meisten eher noch ratlos und überfordert mir all den neuen Anforderungen. Ich hab das Gefühl, dass wir unser Gepäck aus Tansania in diesen paar Tagen gut verpacken konnten und jetzt einen weiteren Koffer mitgenommen haben, der uns auf unserer „Deutschlandreise“ begleiten wird. Denn ich kann schon sagen, jetzt fängt vieles in der Heimat doch noch mal neu an. Der Abschied viel schwer, aber wenn ich die Gruppe von außen betrachte, waren alle doch voller neuer Energie und Elan. Was will man von einem Seminar da noch mehr?! |