weltwärts Rückkehrer-Vortrag bei der GEW
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Am 7. November wurde ich von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für einen Vortrag über mein "Weltwärts"-Jahr in Tansania zur Jahreshauptversammlung des Ortsvereins Herford eingeladen. Die Gewerkschaft hatte mich während meines Jahres finanziell unterstützt und wollte nun erfahren, was ich für Erlebnisse zu berichten hatte. Für diesen Anlass hatte ich eine PowerPoint-Präsentation erstellt, die die Anwesenden in den Grundzügen über das Programm Weltwärts, die DTP, mein Leben in Tansania und meine Arbeit dort informierte. Unterstützt von Fotos, Zitaten aus meinem Blog und einem kurzen Video redete ich etwa 45 Minuten lang vor gut 20 interessierten Zuhörern. Dabei versuchte ich vor allem, ein anderes, vorurteilsfreies Bild von Tansania vorzustellen und auch meine teilweise kritischen Standpunkte zum Thema Weltwärts und Entwicklungspolitik darzustellen.

So habe ich mich zum Beispiel bei einer Folie mit der Armut in Tansania beschäftigt. Anhand der Gegenüberstellung des Bilds von „afrikanischen“ Kinder, das häufig in unseren Medien kursiert, und meinen Eindrücken von den Kindern aus meiner Nachbarschaft wollte ich versuchen, dem Eindruck von traurigen Kindern mit großen Bäuchen und großen Augen entgegenzuwirken.

Bei der Vorstellung meiner Arbeit für Weltwärts ging ich besonders auf das Thema Nachhaltigkeit ein: Was habe ich bei meiner Stelle getan, damit das Projekt auch nach meinem Weggang weiter läuft und nicht wie in anderen Einsatzstellen schnell im Sand verläuft? Was konnte ich als ungelernter Abiturient überhaupt positives Bewirken? Und am Schluss natürlich auch die Frage: Wie sehr hat das Jahr mir geholfen, wie sehr den Menschen in Kyela?

Resultat des Vortrags war ein erneutes Angebot für einen Vortrag, diesmal in einer Schule, wo ich hoffentlich die Chance erhalte, etwas mehr und ausführlicher über "Weltwärts" an sich zu berichten.

„Wie hilft man am Besten armen tansanischen Schülern in einer abgelegenden Schule in den Bergen zur Malawischen Grenze? Man schenkt ihnen ein großes Solarsystem. […] Man beschafft das Geld, lässt das System vor Ort installieren, freut sich und hat es nach einem halben Jahr wieder vergessen. Doch hilft so etwas wirklich?“

„Es wurden keine professionellen Solarbatterien installiert, für regelmäßige Wartungen durch einen Techniker wurde nicht gesorgt, ein Charge Controller, ein immens wichtiges Kontrollsystem bei einem Solarsystem wurde einfach überbrückt [...]“

„Will man wirklich helfen, so muss man das mit jahrelanger Unterstützung tun, nicht mit einem einmaligen Geldgeschenk. […] Und auch wenn es sich komisch anhört: Hätte die Schule selbst für das System gezahlt, wären sie eher auf die Idee gekommen nach einem Techniker zu suchen, denn es wäre ihr eigenes investiertes Geld gewesen, das nun verschwendet worden wäre.“

(Zitat aus dem Blog von Jan Kristen Prüssing, www.jankristen.blogspot.com)

 

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