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des Freiwilligenjahres in Tansania?

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Entscheidend für das Gelingen des Zusammenlebens und der gemeinsamen Arbeit in Tansania ist ein gut ausgebauter pädagogischer Rahmen. Indem die Freiwilligen intensiv auf ihren Aufenthalt in einer anderen Welt vorbereitet werden und ihre Erfahrungen im Zwischenseminar und im Rückkehrseminar reflektieren, setzen sie sich einerseits stark mit Erlebnissen auseinander und erwerben andererseits durch verschiedene Bausteine während der Seminare Handlungskompetenz, ihre Erfahrungen aktiv zu nutzen und weiter zu geben.

Mit 31 Seminartagen und Einarbeitungszeit während des gesamten weltwärts-Dienstes gewährleistet die Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V den ausreisenden Jugendlichen eine intensive Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung. Die Seminare, Einarbeitung und Begleitung des "weltwärts für Völkerverständigung und Klimaschutz in Tansania" gliedert sich wie folgt:

Vorbereitungsseminar "Völkerverständigung und Entwicklung":

Das zwölftägige Vorbereitungsseminar findet im Powerpark von artefact in Glücksburg statt. Mit artefact kooperiert die DTP mit einem Partner, der langjährige Erfahrungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit wie auch mit dem Thema Erneuerbare Energien, insbesondere angepasste Technologien in sog. Entwicklungsländern, hat. Das Vorbereitungsseminar basiert auf drei Schwerpunkten:

Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit:

Die Freiwilligen erarbeiten die Grundsätze deutscher Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und informieren sich über Akteure der EZ, die in Tansania agieren, und deren Aktivitäten. Referenten aus der EZ ergänzen ihre eigenen Erfahrungen und beantworten Fragen der Freiwilligen. Zudem werden die Verflechtungen von sog. Entwicklungsländern mit den Industrieländern bearbeitet und Zusammenhänge und Ursachen von politischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen in Industrieländern und in Entwicklungsländern anhand verschiedener Beispiele thematisiert. Die verschiedenen Facetten der Globalisierung spielen eine wichtige Rolle. Intensiv beschäftigen sich die Freiwilligen auch mit ihren Rollen in Tansania.

Interkulturelles Lernen:

Die Freiwilligen setzen sich mit ihrer Herkunft und ihren Eigenarten auseinander und arbeiten auf Basis des im Sprachkurs Erlernten weiter zu Charakteristika tansanischer Kultur. Im Zusammentreffen dieser verschiedenen Welten mögliche auftauchende „Fettnäpfchen“ und Schwierigkeiten werden ebenso wie die Phasen des Kulturschocks und Umgänge mit emotionalem Stress bearbeitet. Die Zusammenarbeit in interkulturellen Teams wird anhand von interkultureller Kommunikation, interkultureller Kompetenz und der Notwendigkeit von Perspektivwechseln konkretisiert. Ein wichtiger Bestandteil des Seminars ist zudem die Thematisierung von Stereotypen sowie die Funktionen von Vorurteilen und der Umgang damit.

Nachhaltige Entwicklung durch den Einsatz von erneuerbaren Energien:

altDie Freiwilligen arbeiten zum Thema erneuerbare Energien, z.B. zu Solartechnik, energiesparende Öfen und der Nutzung von Jatropha, die zur Entwicklung Tansanias beitragen. Gesundheitliche und soziale Aspekte (z.B. Zeitaufwand des Holzsammelns, Rolle der Frau) stehen ebenso im Mittelpunkt wie ökonomische Fragen (z.B. Wirtschaftlichkeit, Mikrokreditsysteme) und ökologische Fragen (z.B. Waldrodung, Wasserknappheit durch Grundwasserabsenkung, was wiederum zu sozialen Aspekten führt). Ein Schwerpunkt liegt darin, die bearbeiteten Aspekte mit der „tansanischen Brille“ zu sehen und sie mit Tansaniern gemeinsam und für die Dorfbevölkerung verständlich diskutieren zu können.

Einige der gerade zurückgekehrten Freiwilligen stoßen die letzten zwei Seminartage hinzu, berichten aktuell von ihren Erfahrungen und geben das Wissen zu ihren Einsatzstellen an die Nachfolger weiter.

 

Einarbeitungszeit in Tansania:

alt Während der siebentägigen Einarbeitungszeit in Dar es Salaam findet vormittags der weiterführende Sprachkurs bei einem tansanischen Lehrer statt. Die Gestaltung von kleinen Dialogen, grammatikalische Vertiefungen und kulturelle Themen stehen im Mittelpunkt. Nachmittags erkundet die Gruppe gemeinsam die Stadt und erprobt erste Schritte des Alltagslebens wie z.B. Bus zu fahren, auf dem Markt Preise zu verhandeln und erste Gespräche mit Tansaniern zu führen. Die Freiwilligen besuchen NGOs und Firmen, die im Bereich Erneuerbare Energien arbeiten, und knüpfen dort erste Kontakte zu tansanischen Solarakteuren. Tansanische Referenten diskutieren mit den Freiwilligen u.a. Themen wie Umweltschutz in Tansania, die AIDS-Problematik und kulturelle Unterschiede zwischen Tansania und Deutschland. Am letzten Nachmittag des Seminars bewegen sich die Freiwilligen in Kleingruppen in einer Stadtralley mit verschiedenen Aufgaben selbstständig durch die Großstadt. Während des gesamten Seminars begleitet die deutsche Seminarleitung die Freiwilligen, gibt ihnen Hinweise in verschiedensten Bereichen, steht jederzeit bei Fragen zur Verfügung und reflektiert mit den Freiwilligen ihre Gedanken und ihr Befinden.

Begleitung der Freiwilligen durch MentorInnen

Die deutschen Freiwilligen leben jeweils zu zweit am Ort ihrer Einsatzstellen in Tansania. In ihren Einsatzstellen werden alle Freiwilligen von ihrem/r Einsatzstellen-LeiterIn betreut. Zudem ist die Tansanierin Olivia Lyimo, angestellt bei TAREA in Dar es Salaam, als Mentorin für die landesweite Betreuung der Freiwilligen zuständig und steht bei Problemen, bei Fragen und zum Austausch zur Verfügung. Olivia ist per Mail und Telefon ständig für die Freiwilligen erreichbar. Sie besucht alle Einsatzstellen mindestens 1 Mal im Freiwilligenjahr und führt dort Gespräche mit den Freiwilligen und der Einsatzstellen-Leitung. Olivia ist Projektkoordinatorin in Tansania. Wenn die Freiwilligen sich mit einer deutschen Kontaktperson austauschen möchten, ist die deutsche pädagogische Betreuerin und Seminarleiterin Tanja Neubüser als zweite Mentorin per Mail und Telefon jederzeit ansprechbar. Ebenso besteht ein guter Kontakt zwischen den ehemaligen Freiwilligen der DTP, die sich als Unterstützungsgruppe FUGE zusammengeschlossen haben, und den aktuellen Freiwilligen.

Zwischenseminar in Tansania:

altNach vier Monaten Leben und Arbeiten an ihren Einsatzstellen kommen die Freiwilligen für sieben Tage wieder zusammen, um sich über ihre Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen. Hierbei geht es zum einen um die Reflexion der Situation an ihrer Arbeitsstelle und die kreative Entwicklung neuer Ideen, z.B. auch von Kooperationen zwischen Einsatzstellen. Zum anderen setzen sich die Freiwilligen mit ihrem Alltagsleben in Tansania auseinander und gehen Fragen nach wie: Welche Veränderungen beobachtet ihr an euch? Wie geht ihr mit euren eigenen Grenzen um? Wann geht es euch gut? Was erlebt ihr für Schwierigkeiten?. Ebenso wichtig ist, dass während des Seminars die Freiwilligen wieder in der Gruppe Freiwilliger zusammen kommen, voneinander erfahren und die Gemeinschaft erleben.

Fotobericht vom Zwischenseminar (pdf)

Rückkehrseminar:

Zwei Monate nach Rückkehr der Freiwilligen nach Deutschland findet das fünftägige Rückkehrseminar in einem Seminarhaus bei Hamburg statt. Hier beleuchten die Freiwilligen mittels verschiedener didaktischer Methoden ihre Erlebnisse und werten diese aus. Mit positiven sowie sehr wichtig auch mit negativen Erlebnissen wird gearbeitet, um mit einem ausgewogenen und stabilen Bild von Tansania in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Der gesamte Erfahrungsschatz der fünfzehn Freiwilligen, die das Jahr über in Tansania auch viel Kontakt untereinander haben, ergibt ein recht umfassendes Bild von Begegnungen, Leben und Arbeiten in Tansania. Auf dieser Basis werden die Möglichkeiten, die für Multiplikatoren-Tätigkeiten zur Verfügung stehen, erörtert und während des Seminars Planungen gemacht, wer wo und wie aktiv wird. Hier verbinden sich die Interessen der Freiwilligen, von ihren Erfahrungen zu erzählen, mit dem Wunsch der DTP, mit Hilfe der Freiwilligen in Deutschland über Afrika und Tansania zu berichten. Gerade die persönlichen Erlebnisse der Freiwilligen können helfen, das Bild zu korrigieren, dass Afrika eine Fernproblematik ist und dass dort nur Jammer und Elend herrscht. Sie können von der Vielfältigkeit des Landes erzählen. Die Freiwilligen haben sich praktisch engagiert und kommen mit Ideen zurück, wie sie hier in Deutschland weiter aktiv sein können. Dies kann dem verbreiteten Ohnmachtssyndrom in der Öffentlichkeit entgegenwirken, und die positive Energie der meisten Freiwilligen kann in verschiedenste Aktivitäten einfließen.

EinsatzstellenleiterInnen-Seminar:

Die Einsatzstellenleitungen tragen eine große Verantwortung für die Freiwilligen. Ihre Identifikation mit dem Freiwilligen-Projekt sowie ihre Vernetzung untereinander werden durch ein jährlich stattfindendes fünftägiges Einsatzstellen-leiterInnen-Seminar in der Landessprache Kiswahili gestärkt. Um entwicklungspolitische Sensibilisierungs- und Bildungsarbeit nicht nur einseitig zu leisten, ist es wichtig, Erfahrungen und Wünsche der Partner ernst zu nehmen und ihnen die Chance zu geben, ihre Vorstellungen einzubringen und zu bearbeiten.

Während dieses Seminars tauschen die EinsatzstellenleiterInnen ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus, reflektieren diese und entwickeln gemeinsam weiterführende Ideen sowohl im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen wie auch auf die Projekte. Geleitet wird das Seminar von einem Tansanier und einer/m ehemaligen Freiwilligen der DTP. Beide Seminarleitungen sind mit dem Freiwilligenprojekt vertraut. Das Seminar für die Einsatzstellenleitungen endet jeweils gleichzeitig mit der Einarbeitungszeit des neuen Freiwilligenjahrgangs, so dass die Einsatzstellen-LeiterInnen zusammen mit den „Neuen“ in ihre Einsatzstellen zurückkehren.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 26. September 2011 um 18:25 Uhr
 

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