Grundlegendes über Tansania Tansania ist ein Staat in Ostafrika und mit einer Gesamtfläche von 945.000 km² mehr als doppelt so groß wie Deutschland, wobei die vor der Küste liegende Insel Sansibar mit einbezogen wird. Amts- und Alltagssprache in Tansania ist die Bantu-Sprache Kiswahili. Die rund 40 Millionen Tansanier sprechen meistens noch mindestens eine weitere Sprache, was mit der Vielzahl der unterschiedlichen Ethnien zusammenhängt. In der sieben Jahre dauernden Grundschule ist die Unterrichtssprache Kiswahili, in der weiterführenden Schule, vergleichbar mit Klasse 8 bis 13, werden alle Fächer in englischer Sprache unterrichtet. Daher sprechen Tansanier, die eine gute weiterführende Schule besucht haben, teilweise sehr flüssig Englisch. Gerade in dörflichen Regionen ist man zur Verständigung jedoch stark auf Kiswahili-Kenntnisse angewiesen.
Die offizielle Hauptstadt Tansanias ist Dodoma. Faktisch wird allerdings Dar es Salaam als Hauptstadt betrachtet, da es zum einen die größte Stadt ist (über 3 Millionen Einwohner) und zum anderen der tansanische Regierungssitz dorthin verlegt wurde. In Tansania herrscht generell ein gemäßigtes Klima, allerdings ist es in der Küstenregion sehr heiß und feucht. Die Flagge steht für das freie und unabhängige Tansania. Sie besteht aus fünf diagonalen Streifen, die das Land (grün), das Wasser (blau), die Menschen (schwarz) und den Reichtum an Rohstoffen (gold) symbolisieren. LandesüberblickTansania liegt unterhalb des Äquators und somit direkt am Indischen Ozean. Trotz der Küstenangrenzung hat der ostafrikanische Staat acht direkte Nachbarländer: im Norden Kenia und Uganda, im Westen Ruanda, Burundi, Kongo, Sambia und Malawi und im Süden Mosambik. Tansania kann gut und gerne als ein Land der geografischen Superlative bezeichnet werden: Zum einen liegt im Norden der Viktoriasee, welcher der größte See Afrikas ist. Im Westen befindet sich der Tanganjikasee, der zweitgrößte und gleichzeitig tiefste See Afrikas. Darüber hinaus ist Tansania für den Kilimandjaro (5.895 m), den höchsten Berg Afrikas, bekannt. Mehr als ein Viertel der Gesamtfläche Tansanias ist zum Schutzgebiet ausgewiesen worden, um in Nationalparks die Vielfalt und den Artenreichtum der beheimateten Flora und Fauna zu schützen. Geschichte Das tansanische Leben ist in seiner Geschichte von einer Vielzahl an kulturellen Einflüssen geprägt worden, die sich durch Handel, aber auch durch Besatzungen gefestigt haben. Kulturelle Besonderheiten liegen hier vor allem in der Prägung durch Persien, Arabien, Portugal und Großbritannien.
Während im 19. Jahrhundert die Sultane von Oman auf Sansibar residierten, lagen im Landesinneren die Hochburgen für Sklaven- und Elfenbeinhandel, welche die ersten Missionare zum Handeln gegen den Sklavenhandel bewegten.
1884 gründete Carl Peters die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft und 'erwirbt' Gebiete im Landesinneren, was im Jahr 1890 dazu führt, dass die deutsche Regierung die Hoheitsrechte in Deutsch-Ostafrika übernimmt. Nach Aufständen im Land (Maji-Maji-Aufstand von 1905) und dem 1. Weltkrieg (1914-1918) fällt Deutsch-Ostafrika an Großbritannien, zuerst als Mandatsgebiet des Völkerbundes, dann, ab 1945, als Treuhandgebiet an die Vereinten Nationen. 1945 wird gleichzeitig die Tanganyika African National Union (TANU) unter der Leitung von Julius Nyerere gegründet, aus der später die Regierungspartei, die Chama Cha Mapinduzi (CCM), hervorgeht. 1961 erlangt Tanganyika die Unabhängigkeit. Zwei weitere Jahre vergehen und Sansibar folgt in die Unabhängigkeit. Der 26.04.1964 wird zum Gründungstag der Vereinigten Republik Tansania erkoren und Julius Nyerere ihr erster Präsident. Nach seinem freiwilligen Rücktritt 1985 und dem Scheitern des afrikanischen Sozialismus beginnt eine Strukturumwandlungsphase innerhalb der Politik, weiterhin unter der CCM. Politik Die Staats- und Regierungsform in Tansania ist die Präsidialrepublik mit einer weitgehenden Autonomie Sansibars. Das Land ist in 26 Regionen (davon 5 auf Sansibar/Pemba) unterteilt. Die Strukturen werden maßgeblich vom Präsidenten bestimmt, der die 26 Gouverneure (Regional Commissioners) sowie die Chefs (District Commissioners) der 117 Distrikte ernennt. Während der Regierungszeit des ersten tansanischen Präsidenten Julius Nyerere wurden die Leitlinien der Politik stark von der so genannten Ujamaa geprägt. Ujamaa bedeutet Sozialismus/Familie und steht für Verbundenheit und Gemeinschaftssinn, was grundlegend für die damalige Politik war. Dieser Politik ist es maßgeblich zu verdanken, dass die 120 Ethnien in Tansania sehr friedlich miteinander leben und eine gemeinsame Sprache sprechen. Die Religionszugehörigkeit ist sehr gleichmäßig verteilt: 40% Christen, 30% Moslems, 30% Sonstige. Zansibar stellt hier eine Ausnahme mit 95% Moslems in der Bevölkerung dar.
Nach dem Rücktritt von Julius Nyerere wird von seinen Nachfolgern Ali Hassan Mwinyi (1985 - 1995), Benjamin William Mkapa (1995 - 2005) und Jakaya Mrisho Kikwete (seit 2005) eine Strukturanpassungspolitik verfolgt. Eine grundlegende strukturelle Veränderung entstand durch die Zulassung mehrerer Parteien zu den Wahlen und führte somit zu dem Ende der Einheitspartei. Doch auch nach mehreren Wahlen ist und bleibt die CCM mit rund 80% stärkste Partei und damit auch alleinige Regierungspartei. Prinzipiell werden die Wahlen als frei bezeichnet. Allerdings gab es immer wieder Unregelmäßigkeiten, was den Zweifel hegte, ob die bisherigen Wahlen fair abgelaufen sind. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage der Menschenrechte, deren Einhaltung im afrikanischen Vergleich als befriedigend gilt. Wirtschaft 80% der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Traditionelle landwirtschaftliche Exportgüter sind vor allem Kaffee, Tee, Baumwolle, Sisal, Cashewnüsse und Blumen. Durch zunehmend starke Niederschläge in manchen Teilen des Landes und starke Trockenheiten in anderen Regionen wird die Existenz der Landwirte allerdings immer wieder aufs Neue bedroht. Die schlechte Infrastruktur in Tansania ist zudem ein Problem. Die Straßen sind selten geteert, das Straßennetz ist generell bisher dürftig ausgebaut. Im Bereich der Telekommunikation hingegen werden derzeit gute Fortschritte gemacht, man kann von einem buchstäblichen Handyboom sprechen. Weitere aufstrebende Bereiche sind der Bergbau und der (nachhaltige) Tourismus. Ein Großteil der wirtschaftlichen Erträge wird im informellen Sektor, also in den nicht offiziell gelisteten Sektoren, erbracht. Ein großes Entwicklungshindernis Tansanias ist die weit verbreitete Korruption. Die Regierung geht mittlerweile verstärkt dagegen vor, wie erkennbar an dem Anfang 2008 aufgedeckten Richmond-Skandal, der den Rücktritt des Premierministers und die Auflösung des Kabinetts nach sich zog. Die Regierung versucht Maßnahmen zur wirtschaftlichen Konsolidierung umzusetzen, ist hier allerdings nach wie vor stark auf Hilfe von außerhalb angewiesen. |