5 Kritikpunkte am Freiwilligendienst

Am 6.03.2026 machte das Auswärtige Amt bekannt, dass „Kulturweit“ – einer der zwei großen kulturpolitischen Freiwilligendienste Deutschlands – die Fördergelder gestrichen werden. Und auch im Internet wird die Kritik an Freiwilligendiensten immer lauter. Politisch-gesellschaftliche Influencer*innen, wie Blacktigermama, aber auch das Jugendreportageteam Y-Kollektiv der ARD berichten und üben scharfe Kritik aus. Kritisiert wird der sogenannte „Volontourismus“, doch auch Langzeitfreiwilligendienste werden ins Augenmerk gefasst. Die Aufgaben und Rolle der Freiwilligen, der Aufbau der Projekte, aber auch der grundsätzliche Mehrwert von einem Freiwilligendienst wird hinterfragt, betrachtet vor allem vor dem Hintergrund der Entwicklungszusammenarbeit. Was genau sind Kritikpunkte und was können wir daraus lernen?

5 Kritikpunkte an Freiwilligendiensten 5 Kritikpunkte an Freiwilligendiensten [Foto von Naemi Schmitz, Copyright by Creator]

5 Kritikpunkte am Freiwilligendienste

Am 6.03.2026 machte das Auswärtige Amt bekannt, dass „Kulturweit“ – einer der zwei großen kulturpolitischen Freiwilligendienste Deutschlands – die Fördergelder gestrichen werden. Und auch im Internet wird die Kritik an Freiwilligendiensten immer lauter. Politisch-gesellschaftliche Influencer*innen, wie Blacktigermama, aber auch das Jugendreportageteam Y-Kollektiv der ARD berichten und üben scharfe Kritik aus. Kritisiert wird der sogenannte „Volontourismus“, doch auch Langzeitfreiwilligendienste werden ins Augenmerk gefasst. Die Aufgaben und Rolle der Freiwilligen, der Aufbau der Projekte, aber auch der grundsätzliche Mehrwert von einem Freiwilligendienst wird hinterfragt, betrachtet vor allem vor dem Hintergrund der Entwicklungszusammenarbeit. Was genau sind Kritikpunkte und was können wir daraus lernen?

I Romantisierung von Armut

„Die Menschen in Afrika sind arm, aber trotzdem glücklich“. Eine Aussage, die auf den ersten Blick überhaupt nicht rassistisch und abwertend wirkt. Vielmehr soll dieser Gedanke unter anderem Sehnsucht oder Bewunderung ausdrücken. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass Aussagen wie diese extrem verallgemeinernd sind und mehr aus der Beobachtung als aus dem Austausch mit Tansanier*innen entstehen.

Problematisch hierbei ist auch, dass post-koloniale Strukturen sowie ein existierendes Arm-Reich-Gefälle, von denen wir in der Rolle der deutschen Reisenden auch heute noch profitieren. Indem wir den Menschen zuschreiben, dass sie in ihrer Lebenssituation zufrieden sind, befreien wir uns indessen von der Verantwortung, die wir für globalen Ungleichheiten tragen. Freiwillige sind dabei insofern besonders betroffen, dass der Freiwilligendienst ein „Abenteuer in temporärer Armut“ darstellt. Dabei sind wir durch die Berührung mit Armut über einen bestimmten Zeitraum befähigt, tiefere Einblicke in die Hintergründe und Zusammenhänge dieser zu erhalten. Trotzdem behalten Freiwillige in dem Land des Globalen Südens ihre Privilegien. Wir sind von den Lebensbedingungen der Armut nie tatsächlich betroffen, geschweige denn gefährdet.

Das Ausblenden der eigenen privilegierten Position und die damit verbundene Verharmlosung von Armut resultiert in der Entpolitisierung von Armut und Entwicklungsdebatten. Rassistische Denkweisen und das Vermächtnis kolonialer Narrative, die in der Romantisierung von Lebensumständen in Tansania und anderen Ländern des Globalen Südens stecken, stehen damit im Widerspruch zum eigentlichen Auftrag der Freiwilligen: durch ihren Dienst Völkerverständigung und globales Verständnis zu fördern.

II Verstärkung von Rassismen

Die Idee von Freiwilligendienste im Globalen Süden ist, dass er Vorurteile und Rassismen abbaut und die Völkerverständigung fördert. Viele Freiwillige wollen sich durch ihren Dienst mit Ländern des Globalen Süden solidarisieren und etwas Sinnvolles zur Entwicklungszusammenarbeit beitragen. Tatsächlich liegt aber bereits der Motivation der meisten Freiwilligen ein unbewusster Rassismus zu Grunde.

„Ich gehe nach Afrika um den Menschen vor Ort zu helfen.“ Aussagen wie diese spiegeln das Phänomen „White Saviourism“ wieder. Danach fühlen sich Menschen aus dem Globalen Norden dazu berufen und befähigt, in Ländern des Globalen Südens Entwicklungs-, Aufklärungs- oder Hilfsarbeit zu leisten, ohne dafür qualifiziert zu sein. Dabei wird unbewusst das eigene System als überlegen charakterisiert. Diese Überheblichkeit wird dadurch deutlich, dass Freiwillige (un)bewusst Dankbarkeit und Gastfreundlichkeit von der Bevölkerung des Ziellandes erwartet, schließlich „helfen“ sie ja. Dem Zielland wird indes die Fähigkeit abgeschrieben, sich selbst helfen zu können. Diese Denkweise findet seinen Ursprung in der Kolonialzeit, bei der eine Weiße Vorherrschaft über eine Schwarze Bevölkerung gewaltsam durchgesetzt wurde, häufig unter dem Vorwand die Menschen des Landes zu „zivilisieren“ und ihnen zu Wohlstand verhelfen zu wollen. Bereits der Motivation vieler Freiwillige liegt also schon oft unbewusst eine rassistische Denkweise zugrunde.Grundsätzlich ist die Erwartungshaltung an einen Freiwilligendienst, dass er Vorurteile und mögliche Rassismen gegenüber der anderen Kultur abbaut. Doch auch während des Auslandsaufenthalts kann es entgegen den Erwartungen zu einer Verhärtung und Vermehrung von Vorurteilen gegenüber der anderen Kultur kommen. Hintergrund für die allgemeine Annahme in der Gesellschaft, dass ein Auslandsaufenthalt Rassismus „heilt“, ist die Kontakttheorie von Gordon W. Allport. Diese besagt, dass Intergruppenkontakt, in unserem Fall Interkultureller Kontakt, zu einem Abbau negativer Einstellungen gegenüber der anderen Kulturgruppe führen kann. Je mehr man dabei über die andere Kultur lernt und weiß, desto mehr Empathie kann ihr gegenüber aufgebracht werden. Das führt schlussendlich zum Abbau der Vorurteile und somit der Rassismen. Kontakt zur anderen Kultur allein ist jedoch nicht ausschlaggebend, sondern die Qualität des Kontakts. Ein qualitativ hochwertiger Kontakt ist ein persönlicher Austausch zwischen Menschen auf Augenhöhe. Er erfordert eine direkte Interaktion, positive Emotionen und gemeinsame Ziele. Die Länge des Aufenthalts oder die Häufigkeit der Kontakte haben dabei keinen kausalen Zusammenhang zur Qualität der Kontakte. Qualitativ hochwertige Kontakte, zum Beispiel Freundschaften, sind zum einen wichtig um die interkulturelle Kompetenz* aufzubauen. Zum anderen sind qualitativ hochwertige Kontakte wichtig um ein soziales Netz im Ausland aufzubauen. Ohne interkulturelle Kompetenz und ohne ein soziales Netz in dem fremden Land werden Konfliktsituationen für den Freiwilligen als unüberwindbar erlebt. Daraus resultiert eine negative Lernerfahrung, welche zur Verstärkung von Vorurteilen führen kann.

Ein Langzeitfreiwilligendienst führt also - anders als allgemein angenommen - nicht automatisch zu einem Abbau von Rassismen. Es kommt darauf an, mit welchen Situationen und Konflikten Freiwillige sich konfrontiert sehen und inwiefern sie diese meistern können.

III Fehlende Qualifikation der Freiwilligen

Weiter ist der vielleicht zentralste Kritikpunkt an Freiwilligendiensten im Globalen Süden die fehlende Qualifikation der Freiwilligen für ihre Aufgaben im Freiwilligendienst. Das am meisten genannte Beispiel ist hierfür Freiwillige, die als Lehrer*innen in Ländern des Globalen Süden arbeiten. Freiwillige belegen oder ersetzen dabei Stellen, für die Menschen im Aufnahmeland eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren müssen.

Bei diesem Phänomen kann man Parallelen zum zuvor angesprochenen White-Savior-Gedanken ziehen. Auf dessen Basis wird der Einsatz von Freiwilligen ohne jegliche Ausbildung, Erfahrung oder Sprachkenntnisse in Projekten zur Kinderbetreuung, als Lehrkraft oder bei der Arbeit mit Tieren legitimiert. In vermeintlicher Überlegenheit fühlen wir als Freiwillige uns gebraucht und nützlich, dabei bekommen wir das Gefühl, etwas zu bewegen. In Wirklichkeit kann der Einsatz von Freiwilligen besonders bei der Arbeit mit Kindern, aber zu Entwicklungsdefiziten oder Bindungsstörungen führen. Indem Freiwillige die Rolle einer Bezugsperson einnehmen, den Kindern pädagogisch aber nicht gerecht werden können und nur für einen kurzen Zeitraum im Projekt arbeiten, können sie einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder nehmen.

Darüber hinaus erinnern die Strukturen in bestimmten kommerziellen Freiwilligenprogrammen eher an einer Inszenierung für die Freiwilligen, wobei die reale, nachhaltige Wirkungskraft der Projekte zweitrangig ist. Ein extremes Beispiel für die Gefahren von unqualifizierter Freiwilligenarbeit zeigt sich in dem Fall einer Wohltätigkeitsorganisation der amerikanischen Missionarin Renee Bach namens „Serving his Children“, die in Uganda von 2010 bis 2015 kostenlose medizinische Behandlung für Kinder anbot. Bach führte dabei selbst invasive Behandlungen** durch, ohne eine medizinische Ausbildung vorweisen zu können. Im Zuge des Projekts sind mindestens 105 Kinder in Betreuung der Organisation gestorben.

Zwar kann man diese Beispiele nicht pauschal auf alle Organisationen im Freiwilligenbereich beziehen, denn es gibt große Unterschiede in Qualitätssicherung, Begleitung und Wirkung der Projekte vor Ort. Dennoch ist die große Mehrheit der Freiwilligen je nach Aktivitäten in ihrer Organisation für ihre Arbeitsstelle unqualifiziert.

IV Reproduktion kolonialer Beziehungsdynamiken

Die Freiwilligenprogramme „Weltwärts“ und „Kulturweit“ sind Teil das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz BMZ, und werden somit durch Entwicklungsgelder finanziert. Die konkreten Vorwürfe an diese Programme sind, dass der Freiwilligendienst koloniale Beziehungsdynamiken festigt, zum Teil Entwicklung sogar behindert statt fördert und Entwicklungsgelder verschlingt. Grundsätzlich bestehen die Rollen des Globalen Norden und Süden in einem Freiwilligendienst darin, dass der Globale Norden die Entwicklungshilfe in Form von Freiwilligen sendet und der Globale Süden diese empfängt. Wie in Zeiten des Kolonialismus wird eine Überlegenheit suggeriert, die die Menschen des Globalen Norden dazu befähigt, den Globalen Süden zu entwickeln. Dabei wird Entwicklung durch Maßstäbe des Globalen Nordens definiert. Aber ist das überhaupt zielführend? Kann Entwicklung bei so unterschiedlichen geographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Ausgangspositionen überhaupt gleich aussehen und ablaufen? Und was ist Entwicklung überhaupt? Ist der Globale Norden denn vollständig entwickelt? Durch diese Definition von Entwicklung wird ein System gerechtfertigt, das auf der Ausbeutung anderer Länder, der Umwelt und Menschen beruht.

V Strukturelle Ungleichheiten innerhalb der Programme

Eigentlich stellt die Süd-Nord Komponente des weltwärts-Programms ein positives Beispiel des Austauschs und der Völkerverständigung dar. Sie hat den Ruf das Ungleichgewicht in der Beziehungsdynamik auszugleichen.

Im Rahmen der Süd-Nord-Komponente haben Freiwillige aus Tansania und weiteren Ländern des Globalen Südens die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst in Deutschland zu absolvieren. Strukturelle Ungleichheiten spiegeln sich allerdings auch im Süd-Nord Programm von Weltwärts wider. So wurde das Programm ursprünglich 2008 ohne Süd-Nord Komponente ins Leben gerufen. Der Gedanke, dass Deutschland von dem Austausch mit Freiwilligen aus dem Globalen Süden profitieren könnte, war also de facto nicht existent. Erst 2013 wurde die Süd-Nord-Komponente als Pilotprojekt dem Programm hinzugefügt. Auch im Verhältnis werden die Unterschiede deutlich: während 2024 2380 Freiwillige aus Deutschland im Globalen Süden einen Freiwilligendienst absolviert haben, sind im gleichen Jahr nur 612, also nur etwa 20% der Freiwilligen aus dem Globalen Süden nach Deutschland entsendet worden. Die finanzielle Abhängigkeit vom BMZ und die wesentlich kleineren Spendentöpfe spielen dabei eine große Rolle. Problematisch ist dabei auch, dass Teilnehmer*innen während der Bewerbung, Vorbereitung und Durchführung des Freiwilligendienstes an verschiedenen Stellen mit strukturellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dabei stellen die aufwendige und langwierige Beantragung eines Visums, Finanzierbarkeit, geringes Angebot an Plätzen und fehlende Sichtbarkeit des Programms strukturellen Probleme dar, welche die Attraktivität des Freiwilligendienstes und das Wachstum der SüdNord Komponente bremsen. Feysal Abeid, Süd-Nord Freiwilliger 25/26 bei der DTP bestätigt:

„There is a noticable difference between the Tanzanian and German Visa application process, with one taking noticeably shorter than the other. The long processing time builds up more anxiety and does not allow one to venture into other opportunities. It creates an obligation that is not yet final, at the detriment of the applicant“.

Darüber hinaus haben Rassismen und postkoloniale Narrative einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Süd-Nord Freiwilligen. So werden Organisationen in Partnerländer als „defizitäre Andere“ konstruiert und die akademischen Qualifikationen der Freiwilligen – im Gegensatz zum Nord-Süd-Programm nicht anerkannt oder unterbewertet. Deutschland dagegen wird vor allem als weltoffenes und(hoch)technologisches Land dargestellt, welches teilweise als Maßstab für Entwicklung gilt.

Diese ideologisch-strukturelle Unterschiede der weltwärtsKomponenten zeigen wieder einmal die postkolonialen Strukturen auf, die in Freiwilligenprogrammen immer noch sehr präsent sind.

Was wir daraus lernen können und wohin sich Freiwilligendienste entwickeln sollten

Die Kritik am Freiwilligendienst ist berechtigt. Freiwilligendienst funktioniert aktuell nur im Rahmen postkolonialer Beziehungsdynamiken und auch die Süd-Nord-Komponente unterliegt diesen strukturellen Problemen. Warum sitzen wir also trotzdem hier in unseren Aufnahmorganisationen und schreiben diesen Blogbeitrag? Wir sehen in Freiwilligendiensten, trotz tiefgreifender Mängel und Ungleichheiten Chancen, die uns davon überzeugen, dass dieses Jahr wichtig und die Zeit nicht verschwendet ist. Freiwilligendienste tragen nicht dazu bei die Welt zu verändern. Aber sie können dazu beitragen, dass unser Selbst-und Weltbild sich weiterentwickelt, wir globale Zusammenhänge besser nachvollziehen und dessen Folgen nachempfinden können. Maybe the development is myself – vielleicht geht es am Ende um meine Entwicklung.

Die größte Chance aber sehen wir in der Begegnung durch Freiwilligendienste. Auch wenn die Begegnungen auf der Basis einer kolonial geprägten Struktur stattfinden, sind sie es, die zum Abbau kolonial geprägter Denkweisen führen können. Die Lernerfahrung wirkt dabei beidseitig, denn koloniales Gedankengut führt auch im Globalen Süden zur Stereotypisierung von Menschen des Globalen Norden. Durch den Freiwilligendienst begegnen sich Menschen idealerweise auf Augenhöhe, nicht in jeder Situation und vielleicht nicht im Projekt, aber spätestens in der Gastfamilie oder beim Schließen neuer Freundschaften. Hier führen wir Gespräche über unser Herkunftsland, die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation. So haben Freiwilligendienste ein großes Potential, Vorurteile und Rassismen abzubauen. Wir als Freiwillige können dabei Multiplikatoren in der Gesellschaft sein, die das Gelernte an ihr direktes persönliches Umfeld weitergeben. Angesichts des Rechtsrucks in Europa können Freiwillige einen Einfluss auf die Gesellschaft haben, der uns interkulturelle Kompetenz, Weltoffenheit und Empathie lehrt.

Doch dafür muss sich entwicklungspolitischer Freiwilligendienst verändern. Zum einen müssen Koloniale Strukturen innerhalb der Freiwilligenprojekte untersucht und aufgearbeitet werden. Das Ziel von Entwicklungszusammenarbeit sollte stets sein, dass die Hilfe sich selbst abschafft. Die Organisation der Projekte muss vollständig in die Verantwortung der Partner im Land übergehen, wofür eine gleichberechtigte Zusammenarbeit auf allen Entscheidungs- und Handlungsebenen notwendig ist. Darüber hinaus sollten Freiwillige unabhängig von ihrem Herkunftsland Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung erfahren, damit ein Austausch auf Augenhöhe real stattfinden kann. Auf der anderen Seite muss sich das gesellschaftliche Bild von Nord-Süd-Freiwilligen wandeln. Von ‚Weltretter*innen‘ zu Lernenden, von „Ich komme,um zu helfen.“ zu „Ich komme, um zu lernen.“. Es ist außerdem von unabdingbarer Wichtigkeit, dass Freiwillige, als unqualifizierte Arbeitskräfte nicht mehr in verantwortungsvollen Arbeitsstellen eingesetzt werden, die nicht ihren realen Fähigkeiten und ihrem Wissensstand entsprechen.

Bis strukturelle Veränderung auf Seiten der Programme angestoßen ist, liegt die Verantwortung auch bei den Freiwilligen, die eigenen Projekte selbstkritisch zu hinterfragen und sich bei der Wahl einer Organisation gut zu informieren. Gelingt es uns, Freiwilligendienste mithilfe dieser Leitlinien weiterzuentwickeln, können eben Programme wie diese Brücken für eine Zukunft auf Augenhöhe darstellen. Sie bilden weltweit die Grundlage für solidarische Politik, die etwas bewegt.

Anhang

*Interkulturelle Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, Konflikte, die durch Unterschiede in der Kultur entstehen, verstehen und lösen zu können.

*Bei invasiven Behandlungen wird mit medizinischen Instrumenten in den Körper eingedrungen. Unqualifizierte Behandlungen dieser Art bergen lebensgefährliche Gesundheitsrisiken wie schwere Infektionen sowie Nerven und Gewebeschäden

Quellen

[1] „Auslandsaufenthalt als Kompetenzschule?“, Petia Genkova&Lisa Kruse, 2021, G Interakt Org
[2] „Je mehr desto besser?“, Petia Genkova, Henrik Schreiber & Jan Schneider,Je mehr desto besser?)
[3] „Begleitung des Berufsfeldpraktikums im Ausland vor dem Hintergrund einer rassismuskritischen Perspektive“,UniKöln, Nina Glutsch & Mona Massumi)
[4] Brückenwind-Informationsplattform für Freiwillige, 2020
[5] „Berlin Geographical Papers Vol. 53“; Sonja Vipavc, 2023)
[6] (Quelle: „Auslandsaufenthalt als Kompetenzschule?“, G Interakt Org Petia Genkova&Lisa Kruse, 2021)
[7] „Mit kolonialen Grüßen - Berichte und Erzählungen von Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet“, glokal e.V., 8-Auflage, 2024, S.36 „Empfänger-Kritik am weltwärts-Programm?! Eine postkoloniale Perspektive“, Lou Paul Buckendah, S.60, Z.1-10 (Quelle: Weltwärts) [8] „Fettes Business mit Freiwilligenarbeit: Undercover in Tansania“, Y-Kollektiv, 2026)
[9] „Freiwilligenarbeit in ärmeren Ländern – Wer wirklich daran verdient“, WDR Die Story, 2018)
[10] „American with no medical training ran center for malnourished Ugandan Kids. 105 died.“, NPR, Nurith Aizenman, Malaka Gharib 2019)
[11] „Weltwärts Süd-Nord – Freiwilligenaustausch auf Augenhöhe?“, Daniel Skoruppa, 2016)
[12] „Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts – Eine postkolonial sensible Untersuchung der SüdNord-Komponente aus Sicht von Freiwilligen aus dem Globalen Süden“, Lisa Bergmann, 2018, S.9-10) *